Gern werden Facebook und Co. auch für spontane Aktionen eingesetzt. So fiel das Kölner Heimspiel im April 2010 gegen den VfL Bochum in die Zeit, als die Vulkanasche aus Island auch den Flugverkehr in Köln-Bonn lahmlegte. Alle festsitzenden Passagiere wurden zum Spiel eingeladen. «Wir haben sie vorrangig über Facebook und Twitter erreicht. So kamen über 300 Leute», erzählt Schmidt. Beim FC Bayern verschenkte der Club schon einmal Schals an die Fans, die sich mittels Handy im Stadion zuvor «eingecheckt» hatten. Das kann schnell teuer werden: Schließlich hat der Rekordmeister mit rund 1,9 Millionen die mit Abstand meisten Facebook-Fans aller deutschen Vereine. Dennoch rangierten die Bayern bei der Studie nur im Mittelfeld, denn sie verzichten auf den Twitter-Dienst. «Diese Studie ist eine rein quantitative Studie. Qualitative Kriterien wurden nicht berücksichtigt», erklärt FC Bayerns Mennerich. «Wir wollen seriöse Berichterstattung. Der Gedanke von Twitter ist für unsere Zwecke zu boulevardesk.» Auch die Spieler und Trainer nutzen die moderne Kommunikation. So fragt Manuel Neuer seine Fans: «Welche meiner Trikotfarben gefällt Euch eigentlich am besten: das weiße (mein Favorit), das schwarze oder das gestern getragene grüne?» Und Wolfsburgs Trainer Felix Magath interessiert sich für die Fan-Meinung zu dem von ihm unlängst geforderten TV-Beweis. Schon während seiner Zeit auf Schalke sorgte Magath mit seiner Netzaktivität für Aufsehen, nun zog sein Ex-Club endlich nach: Als letzter Bundesligist starteten die Schalker ihren offiziellen Facebook-Auftritt. Die Königsblauen übernahmen eine bisherige Fan-Seite und spendeten dafür 50 000 Euro an karitative Zwecke. Ohne die neue Präsenz war der Revierclub noch letzter in der Studie. Vorstandsmitglied Horst Heldt hat hohe Erwartungen: «Unsere Aktivitäten im Bereich Social Media sollen ab sofort genau so sein, wie ich mir unseren Fußball wünsche: offensiv, direkt, schnell und leidenschaftlich.»
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