Da zeigten die 05-er genau jene Leidenschaft und Lernfähigkeit, die einem über die Anfangsschwierigkeiten eines solchen Neuaufbaus hinweg helfen können. Immer wieder hatte Tuchel betont, dass sich die neuen Spieler erst an den Mainzer Stil gewöhnen müssen. «Aber dadurch, dass sich jeder völlig verausgabt und weiß, was es bedeutet, das Mainzer Trikot zu tragen, haben wir schon viel erreicht», meinte der Coach. «Das ist eine gute Basis, auf der wir aufbauen können.» Torschütze Risse glaubt sogar, dass dieser Start auch etwas mit dem Europa-League-K.o. in Medias zu tun hat. «Vielleicht hat uns das beflügelt», sagte er. «Das war erstmal ein Schock, hat uns aber auch zusammengeschweißt. Wir haben uns gesagt: Jetzt erst recht.» Auf diesen Effekt hoffen nun auch die Freiburger. «Leider konnten wir uns für dieses mutige und engagierte Spiel nicht belohnen», sagte der enttäuschte Sorg. «Aber das war ein guter Ansatz, den wir fortführen müssen. Dann kommen irgendwann auch die Punkte.» Auch Kapitän Heiko Butscher meinte trotzig: «Die Bundesliga ist wie ein Marathonlauf. Auch wenn die ersten zwei Schritte noch etwas holprig sind, kann es am Ende trotzdem noch ein guter Lauf werden.» Das einzige Tor für den SC schoss wieder einmal Cissé (90.+1), der nun mit 30 Treffern alleiniger Rekordtorschütze der Freiburger Bundesliga-Geschichte ist. Viel entscheidender war allerdings, dass der Senegalese zuvor entgegen sonstiger Gewohnheiten gleich mehrere gute Chancen vergeben hatte. Die Freiburger haben eben niemanden in ihren Reihen, der in solchen Fällen für ihn einspringen kann. Mainz 05 hat sich nach dem Verlust von André Schürrle mit Nationalspielern aus Kamerun (Choupo-Moting) oder Österreich (Baumgartlinger) verstärkt. Ob der SC das im Fall Cissé auch noch tun muss, ist weiter offen. «Meine Berater arbeiten fieberhaft. Ich hoffe, dass ich die richtige Entscheidung treffe», sagte er im ZDF.
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