Großbaustelle Leverkusen - Ballack im Abseits
Mainz (dpa) - 08.08.2011, 13:23 Uhr
Die Leverkusener lassen nach dem Eigentor von Ömer Toprak (l) die Köpfe hängen.
Michael Ballack 90 Minuten auf der Bank, Kapitän Simon Rolfes nach seiner Auswechslung sauer und Handlungsbedarf auf der Torwartposition: Schon nach zwei Pflichtspielen gleicht die Werkself des neuen Architekten Robin Dutt einer Großbaustelle. «Er versucht, seine Vorstellungen umzusetzen. Das braucht Zeit. Man kann nicht erwarten, dass das so klappt, als wenn man fünf Jahre zusammenarbeitet», sagte Rolfes nach der 0:2-Pleite seines Clubs Bayer Leverkusen beim FSV Mainz 05. Bei seiner Auswechslung nach einer Stunde war der Mittelfeldabräumer zuvor noch wort- und grußlos am Nachfolger von Jupp Heynckes vorbeigestapft. «Den Grund kenne ich nicht», meinte er zu seiner Herausnahme. Für Rolfes kam der 20-jährige Nicolai Jörgensen - eine weitere Ohrfeige für Bankdrücker Ballack, der weiter auf sein 250. Bundesligaspiel warten muss. Der einstige «Capitano» der Nationalmannschaft, der das angebotene Abschiedsspiel gegen Brasilien verweigerte, polarisiert. Egal ob auf oder neben dem Feld. In Dresden beim Stand von 3:0 eingewechselt, hieß es nach 120 Minuten 3:4. In Mainz schmorte der 34 Jahre alte Großverdiener bis zum Schlusspfiff auf der Bank.
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«Er ist nach wie vor eine große Persönlichkeit im deutschen Fußball», sagte Dutt, der aber nicht so recht weiß, wohin mit Ballack. Der ist für Franz Beckenbauer sogar ein Auslaufmodell. «Es gilt, ein anständiges Ende zu finden. Heute wird ein anderer Fußball gespielt. Man versucht, den FC Barcelona zu kopieren. Er ist ein Spielmacher, der den Ball fordert und mit langen Bällen operiert. Er passt nicht mehr in das Kurzpassspiel, das heute forciert wird», sprach der «Kaiser» im TV-Sender Sky dem früheren Weltstar die Bundesliga-Tauglichkeit ab. Ballack selbst sagte nichts. Doch nicht nur er steht im Schmollwinkel. Stürmer Stefan Kießling durfte nur ein paar Minuten mittun, wirkte aber lustlos. «Jeder muss sich mehr wehren», forderte Dutt pauschal mehr Einsatz und Engagement von seinen Profis. Aber nicht nur im ideenlosen Mittelfeld und Angriff herrscht Handlungsbedarf, sondern auch in den hinteren Reihen - und dies nicht nur wegen des Eigentors von Ömer Toprak (86. Minute) zum Endstand. |