Dicke Luft vor Liga-Start: Werder und Wölfe in Not
Hannover (dpa) - 01.08.2011, 14:18 Uhr
Wolfsburgs Trainer Felix Magath geht mit gesenktem Kopf über den Platz.
Bei Werder Bremen weht ein rauer Wind, beim VfL Wolfsburg herrscht dicke Luft, und bei Bayer Leverkusen sind dunkle Wolken aufgezogen. Unerwartete Pokal-Pleiten und schwache Auftritte im Cup haben das Klima bei vielen Bundesligisten vor dem Saisonstart empfindlich getrübt. Die Nordclubs suchen nach Auswegen aus der Misere und wenden dabei unterschiedliche Strategien an. VfL-Trainer Felix Magath will neue Spieler verpflichten, bei Werder wird dagegen über den Verkauf von Profis spekuliert. «Vielleicht habe ich die Möglichkeiten des Kaders überschätzt» gab Magath zu. Der Ehrgeiz des Meistermachers von 2009 ist groß, der VfL-Aufsichtsrat soll bereits grünes Licht für Verstärkungen gegeben haben. Eine Schlüsselrolle in allen Überlegungen spielt dabei Diego. Der aus disziplinarischen Gründen aufs Abstellgleis geschobene Brasilianer soll für rund zehn Millionen Euro verkauft werden. Atlético Madrid hat nach Angaben spanischer Zeitungen großes Interesse an dem Mittelfeldspieler, dessen Begnadigung von Magath bisher ausgeschlossen wird.
Eine Rückkehr des Spielmachers könnte die Wolfsburger Probleme zumindest auf dieser Position beheben. Der Ex-Bremer lässt sich im Training nicht hängen, wirkt motiviert und wäre in seiner derzeitigen Form auch bei seinem früheren Bundesligaclub eine willkommene Verstärkung. In Bremen ist Diego aber kein Thema, obwohl der Kader für viele Fans und Kritiker nicht wettbewerbsfähig ist - trotz der gegenteiligen Beteuerungen von Trainer Thomas Schaaf und Clubchef Klaus Allofs, die eine Wende zum Guten angekündigt haben. Doch im DFB-Pokal hat die Werder-Mannschaft nahtlos an die schwachen Leistungen der vergangenen Saison angeknüpft, in der die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb verpasst wurde. Weil mit dem DFB-Pokal eine weitere Geldquelle versiegt ist, sind große Einkäufe auf dem Transfermarkt für Allofs nicht drin. Ganz im Gegenteil. «Sollte es Angebote für unsere Spieler geben, sind wir zu Gesprächen bereit. Das waren wir immer», erklärte der Clubchef. |