Und könnte man auch etwas vertuschen? «Vortäuschen könnte man bei der Krankheitsvorgeschichte, dass man zum Beispiel bestimmte Dinge weglässt», sagt der Saarbrücker Kindermann. Auch aktuelle Beschwerden könne ein Profi verneinen, wenn er einen Vertrag unbedingt haben möchte. «Das wird auch immer wieder vorkommen», glaubt er. Ob der Profi den Medizincheck besteht, liegt in der Verantwortung des Arztes, der Verein bestätigt den Check dann der Deutschen Fußball-Liga. Durchfallen könne ein Profi zum Beispiel mit auffälligen Knorpelschäden, sagt Kindermann. «Wenn der Arzt ihn sportuntauglich schreibt, wird der Vereinswechsel ins Wasser fallen. Oder der Spieler kann zu Beginn einer Saison nicht spielen.» Wegen Problemen am linken Knie platzte im Januar etwa der Wechsel des Brasilianers Caio von Eintracht Frankfurt zu Dynamo Moskau. «Dass ein Profi wegen internistischer Erkrankungen komplett durchfällt, ist aber selten», berichtet der Mannschaftsarzt von Borussia Mönchengladbach, Heribert Ditzel. Gelegentlich erforderten internistische Befunde aber weitere Untersuchungen. «Die Sportler mit solchen Befunden werden noch intensiver medizinisch überwacht.» Wie etwa Gerald Asamoah. Ärzte entdeckten bei dem derzeit vereinslosen Stürmer schon 1998 einen angeborenen Herzfehler und rieten ihm vom Leistungssport ab. Nachdem ein Kardiologe aus den USA das Risiko als gering einstufte, spielte Asamoah auf eigene Verantwortung weiter - für alle Fälle steht ein Defibrillator parat.
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