Meisterliches Unterstatement: Bescheidene BVB-Ziele
Dortmund (dpa) - 29.06.2011, 14:41 Uhr
Die Spieler von Borussia Dortmund beim Trainingsauftakt.
Keine Muskelspiele, keine Kampfansagen: Die Himmelstürmer der vorigen Saison starten mit viel Selbstvertrauen, aber gewohntem Unterstatement in das Unternehmen Titelverteidigung. Wie schon in der brillanten Meistersaison hielten sich bei Borussia Dortmund alle Beteiligten auch beim Start in die Vorbereitung auf die kommende Spielzeit mit markigen Sprüchen zurück. «Uns ist allen klar, dass die nächste Saison extrem schwierig wird. Wir sind kein klassischer Titelverteidiger, dafür kam der Erfolg zu überraschend», sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in Dortmund. Der Erste der Saison 2010/2011 startete am gleichen Tag wie Werder Bremen und damit als letzter Bundesligist in die Vorbereitung. Sechseinhalb Wochen nach der rauschenden Titelparty mit 400 000 Fans in Dortmund floss beim Revierclub der erste Schweiß. Bis auf die Nationalspieler, die erst am 3. Juli den Urlaub beenden, konnte Jürgen Klopp alle Profis begrüßen. Der Trainer versprach den Fans zwar nicht den Titel, aber weitere Vollgasveranstaltungen: «Eine Meisterschaft endet zwar mit dem 34. Spieltag, nicht aber die Entwicklung einer Mannschaft. Wir haben uns keine Limits gesetzt. Außerdem muss sich niemand Sorgen machen, dass der Trainer satt ist.»
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Bei allem Understatement, gab die Clubführung - im Gegensatz zu den vergangenen drei Jahren unter der Regie von Klopp - immerhin ein Saisonziel aus. «Wir wollen alles dafür tun, um am Ende der Saison wieder auf einem internationalen Platz zu landen», sagte Watzke. Zum Titelfavoriten erklärte der Geschäftsführer den FC Bayern München. Besonders groß war das Interesse an den Neuzugängen Ivan Perisic (Brügge), Ilkay Gündogan (Nürnberg), Moritz Leitner (Augsburg), Chris Löwe (Chemnitz) und Julian Koch (Duisburg). Auch Rekonvaleszent Koch, mit dem erst nach der Winterpause zu rechnen ist, ließ sich kurz sehen. Klopp ist zuversichtlich, den Verlust von Spielmacher Nuri Sahin (Real Madrid) ausgleichen zu können. «Ich habe das Gefühl, dass wir personell stärker geworden sind. Die Konkurrenzsituation im Kader ist größer.» |