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Bis 2016: Neuer freut sich «riesig» auf Bayern

München (dpa) - 02.06.2011, 10:45 Uhr

Der Wechsel von Schalkes Torwart Manuel Neuer zum FC Bayern München ist perfekt.
Der Wechsel von Schalkes Torwart Manuel Neuer zum FC Bayern München ist perfekt.

Entspannt nach Wien: Vor dem EM-Qualifikationsspiel in Österreich gab Schalke grünes Licht für den Wechsel von Manuel Neuer zum FC Bayern. In München erhält der Nationaltorwart einen Millionen-Vertrag bis 2016. Schalke holt als Ersatz Fährmann - Bayern zudem Rafinha.

Die Bayern sind «glücklich», Schalke tröstet sich mit viel Geld - und Manuel Neuer geht bestens gelaunt in den Bruderkampf gegen Österreich. Rechtzeitig vor dem EM-Qualifikationsspiel an diesem Freitag in Wien gab Schalke grünes Licht für den Millionen-Transfer des Fußball-Nationaltorhüters nach München. «Ich freue mich riesig auf die große und spannende Herausforderung beim FC Bayern», sagte Neuer, der sich bis 2016 an die Münchner bindet und mit dem Rekordmeister Titel gewinnen will.

Vor der Unterschrift unter seinen hochdotierten Fünfjahresvertrag und dem anschließenden Umzug an die Isar will der 25-Jährige sein großes Können erst noch mit zwei Siegen in Wien und vier Tage später in Baku gegen Aserbaidschan unter Beweis stellen. «Wir wissen, dass es gegen Österreich richtig zur Sache geht», sagte Neuer.

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Die Bayern können mit Wunscheinkauf Neuer einen neuen Angriff auf Europas Fußball-Thron starten, die Schalker verlieren dagegen ihre Identifikationsfigur. Schweren Herzens lässt der Pokalsieger nach einem wochenlangen Tauziehen seinen Kapitän sofort zum Rekordmeister ziehen. «Dieser Entschluss ist uns allen im Verein schwer gefallen, denn wir verlieren in Manuel Neuer einen herausragenden Spieler», sagte Manager Horst Heldt der Nachrichtenagentur dpa. «Aber das Angebot der Bayern war stattlich. Es war eine Abwägungssache.»

Am Ende entschied die «Kohle» - der Sockelbetrag von 18 Millionen Euro kann sich durch Nachschläge bei Bayern-Erfolgen in den kommenden Jahren auf bis zu 25 Millionen Euro erhöhen. Es ist der zweitteuerste Wechsel innerhalb der Bundesliga: Nur für Nationalstürmer Mario Gomez überwiesen die Bayern vor zwei Jahren mit 35 Millionen Euro an den VfB Stuttgart noch mehr Geld.


Bei den Bayern herrscht Hochstimmung: «Wir sind sehr glücklich darüber, mit Manuel Neuer nicht nur die Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft, sondern auch einen der weltbesten Torhüter langfristig verpflichtet zu haben», sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge nach dem gelungenen Königstransfer des Bundesliga-Krösus.

Neuer freut sich uneingeschränkt auf München - auch wenn er bei den Gastspielen mit Schalke in der vergangenen Saison von einem Teil der Bayern-Fans fast feindselig empfangen worden war. «Viele Kollegen aus der Nationalmannschaft werden jetzt meine Mitspieler in München. Daher werde ich kein Neuland betreten und mich sicherlich schnell eingewöhnen», erklärte Neuer. Beim deutschen Rekordchampion will er «den nächsten Schritt» in seiner Karriere machen.

Er wird in München auch einen alten Bekannten aus Schalker Tagen wiedersehen. Die Bayern machten auch den Wechsel des Brasilianers Rafinha perfekt. Der 25 Jahre alte Abwehrspieler unterschrieb einen Dreijahresvertrag bis 2014. «Ich freue mich sehr, dass ich wieder in der Bundesliga spielen kann», sagte Rafinha, der von 2005 bis 2010 für Schalke gespielt hatte. Die Ablösesumme der Bayern an den FC Genua soll etwas über fünf Millionen Euro betragen.

Die hochverschuldeten Schalker gaben bei ihrer Entscheidung im Fall Neuer der Vernunft Vorrang. Im kommenden Jahr hätte Neuer nach Auslaufen seines Vertrages ablösefrei wechseln können. Man verliere «einen in jeder Hinsicht herausragenden Spieler», gestand Heldt. Aber das Angebot der Bayern sei «unter den gegebenen Umständen die beste Lösung» gewesen, begründete der Manager. Alle Vereinsgremien und auch der sich lange sperrende Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies segneten den Deal am Ende gemeinsam ab.

Der gewiefte Heldt konnte auch direkt einen Nachfolger für Neuer präsentieren. Ralf Fährmann kehrt ablösefrei vom Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt zu den Königsblauen zurück. Der 22-Jährige erhält einen Vierjahresvertrag bis zum 30. Juni 2015. «Er ist ein sehr talentierter Schlussmann, dessen sportliche Entwicklung längst noch nicht abgeschlossen ist», betonte Heldt.

Auch Bundestrainer Joachim Löw kommt die Entscheidung vor den Punktspielen in Österreich und Aserbaidschan wie gerufen. Für alle Beteiligten sei «eine frühzeitige Entscheidung» natürlich gut, hatte der Bundestrainer vor dem Vollzug geäußert.

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