Bei den Bayern herrscht Hochstimmung: «Wir sind sehr glücklich darüber, mit Manuel Neuer nicht nur die Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft, sondern auch einen der weltbesten Torhüter langfristig verpflichtet zu haben», sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge nach dem gelungenen Königstransfer des Bundesliga-Krösus. Neuer freut sich uneingeschränkt auf München - auch wenn er bei den Gastspielen mit Schalke in der vergangenen Saison von einem Teil der Bayern-Fans fast feindselig empfangen worden war. «Viele Kollegen aus der Nationalmannschaft werden jetzt meine Mitspieler in München. Daher werde ich kein Neuland betreten und mich sicherlich schnell eingewöhnen», erklärte Neuer. Beim deutschen Rekordchampion will er «den nächsten Schritt» in seiner Karriere machen. Er wird in München auch einen alten Bekannten aus Schalker Tagen wiedersehen. Die Bayern machten auch den Wechsel des Brasilianers Rafinha perfekt. Der 25 Jahre alte Abwehrspieler unterschrieb einen Dreijahresvertrag bis 2014. «Ich freue mich sehr, dass ich wieder in der Bundesliga spielen kann», sagte Rafinha, der von 2005 bis 2010 für Schalke gespielt hatte. Die Ablösesumme der Bayern an den FC Genua soll etwas über fünf Millionen Euro betragen. Die hochverschuldeten Schalker gaben bei ihrer Entscheidung im Fall Neuer der Vernunft Vorrang. Im kommenden Jahr hätte Neuer nach Auslaufen seines Vertrages ablösefrei wechseln können. Man verliere «einen in jeder Hinsicht herausragenden Spieler», gestand Heldt. Aber das Angebot der Bayern sei «unter den gegebenen Umständen die beste Lösung» gewesen, begründete der Manager. Alle Vereinsgremien und auch der sich lange sperrende Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies segneten den Deal am Ende gemeinsam ab. Der gewiefte Heldt konnte auch direkt einen Nachfolger für Neuer präsentieren. Ralf Fährmann kehrt ablösefrei vom Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt zu den Königsblauen zurück. Der 22-Jährige erhält einen Vierjahresvertrag bis zum 30. Juni 2015. «Er ist ein sehr talentierter Schlussmann, dessen sportliche Entwicklung längst noch nicht abgeschlossen ist», betonte Heldt. Auch Bundestrainer Joachim Löw kommt die Entscheidung vor den Punktspielen in Österreich und Aserbaidschan wie gerufen. Für alle Beteiligten sei «eine frühzeitige Entscheidung» natürlich gut, hatte der Bundestrainer vor dem Vollzug geäußert.
 |