Mainz schlägt mit Rekorden viele Pflöcke ein
Mainz (dpa) - 11.05.2011, 10:43 Uhr
Trainer Thomas Tuchel (l) und Andre Schürrle sind zwei Garanten für den Mainzer Höhenflug.
Der FSV Mainz 05 darf sich getrost als gefühlter Meister der Fußball-Bundesliga feiern lassen. Rekord reiht sich an Rekord, der 106-jährigen Vereinschronik wurde das beeindruckendste Kapitel hinzugefügt und Pflöcke für die Zukunft eingeschlagen. Der Imagegewinn des überaus sympathischen «Karnevalsvereins» in ganz Deutschland und künftig auch in Europa ist unbezahlbar. Doch einer hebt im Freudentaumel nach dem Einzug in die Europa League warnend den Finger. «Oberstes Ziel bleibt, Mainz 05 dauerhaft in der Bundesliga zu etablieren. Wir müssen auch mal mit einem 12. oder 13. Platz zufrieden sein. Der Klassenerhalt ist in der nächsten Saison das Ziel», sagte Manager Christian Heidel. Mit der Einstellung des Bundesliga-Startrekords von sieben Siegen ging es gleich gut los. Die rheinhessische «Boy-Group» um den Jung-Nationalspieler André Schürrle rockte die Liga. Als einziges Team des Oberhauses standen die 05er an allen 34 Spieltagen unter den besten Fünf. Das brachte nicht einmal Meister Borussia Dortmund zustande. 17 Siege, davon zehn auf des Gegners Platz, sind schon ein Spiel vor Rundenschluss ebenso Vereinsrekord wie die bisher erzielten 50 Tore, die in der Aufstiegssaison 2004/05 in der Endabrechnung standen.
Die Verbesserung der Marke winkt gegen Absteiger FC St. Pauli. Dann können auch die 55 Punkte noch auf 58 erhöht und damit das bisherige Rekordergebnis (47) deutlich gesteigert werden. «Diese Saison ist kilometerweit die erfolgreichste», schwärmte Heidel. Der Abschied vom alten Bruchwegstadion soll zu einem emotionalen Höhepunkt werden und natürlich mit dem 18. Sieg enden. Neben Heidel und der Vorstands-Crew um Präsident Harald Strutz ist Thomas Tuchel der Baumeister des Mainzer Projekts. Der mit 37 Jahren Jüngste der Trainer-Gilde war schon nach seiner ersten Spielzeit aus dem langen Schatten von Meister-Coach Jürgen Klopp getreten. Die Auszeichnung als Trainer des Jahres im März durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) adelt die Arbeit des Perfektionisten. «Er verfügt über hohe menschliche und charakterliche Qualitäten, die für einen Fußballlehrer in der heutigen Zeit unglaublich wichtig sind», lobte DFB-Präsident Theo Zwanziger. |