Auch besondere Fan-Utensilien kamen zum Einsatz: Hichelm Zarruk hatte einen mannsgroßen Teddy zum Borsigplatz mitgebracht - natürlich in BVB-Kluft. Ingrid Brand aus Schwerte und ihre Tenniskollegen aus Iserlohn schmückten sich mit BVB-Luftschlangen, frisch erworben im BVB-Fanshop. Der Trupp hatte sich nach einem gemeinsamen Besuch eines Kochkurses spontan ins schwarz-gelbe Partygetümmel gestürzt. «Das ist noch viel schöner als Kate», sagte die 68-Jährige in Anspielung auf die königliche Hochzeit am Freitag in London. Auch die Dortmunder Kulturschaffenden erwiesen dem neuen Meister die Ehre. Filmkünstler Adolf Winkelmann ließ in seiner Video-Installation am Kulturzentrum Dortmunder U weithin sichtbar schwarz-gelbe Tischkicker-Figuren auftreten. Im Stadion wurde nach dem Schlusspfiff noch lange gefeiert. Mittendrin BVB-Spieler Dede, der seine letzte Saison in Dortmund gespielt hat. Fans, die es über die Absperrzäune geschafft hatten, umarmte und drückte er - mit Tränen der Rührung in den Augen. Die Polizei zog eine positive Bilanz. «Über 100 000 begeisterte Dortmunder und Gäste feierten die Meisterschaft des BVB», sagte ein Sprecher. Wegen Überfüllung wurde zeitweise der Borsigplatz gesperrt. Vereinzelt kam es nach zu viel Bier zu Schlägereien. Vier Nürnberg-Fans kamen nach Körperverletzungen in Polizeigewahrsam. Im Krankenhaus endete der Tag für einen 38 Jahre alten Dortmund-Fan und seine 62-jährige Mutter aus Soest. Sie wurden an einer Rastanlage an der A 2 in Lippetal von einer Gruppe randalierender Mönchengladbach-Fans geschlagen und getreten. Zwei Begleiter wurden ebenfalls attackiert, konnten das Krankenhaus nach einer ambulanten Behandlung jedoch wieder verlassen. Ermittelt wird nun wegen schwerer Körperverletzung und Landfriedensbruch.
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