Bei den im ersten Durchgang wie entfesselt spielenden Mainzern herrschte dagegen Glückseligkeit. Zwei Spieltage vor Schluss haben die 05er fünf Punkte Vorsprung auf den 1. FC Nürnberg, der beim neuen deutschen Meister Borussia Dortmund mit 0:2 verlor. «Wir sind noch nicht durch», warnte FSV-Coach Thomas Tuchel zwar. Doch auch der Mainzer Trainer hatte die Darbietung seiner jungen Mannschaft in der ersten Hälfte genossen. «Heute bin ich einfach einmal stolz auf die Jungs», sagte Tuchel. Andreas Ivanschitz (26. Minute) und der bärenstarke Elkin Soto (39., 45.) erzielten vor 20 300 Zuschauern im ausverkauften Bruchwegstadion die Treffer für die Hausherren, die im achten Duell erstmals in der Bundesliga gegen den ehemals großen Nachbarn gewannen. «Wie sehr das Umfeld diesen Sieg gewollt hat, hat man nach dem Spiel gesehen», meinte Tuchel. Da brachen am Bruchweg alle Dämme. Spieler und Verantwortliche tanzten mit den Fans auf dem Zaun. «Das war ein schönes Gefühl. Wenn man so etwas Außergewöhnliches erreicht und dann von den Anhängern gefordert wird, dann muss man dem einfach auch einmal nachgeben», sagte Präsident Strutz. Am Vorabend hatte sich Strutz noch mit Bruchhagen und den beiden Ehefrauen zum gemütlichen Essen getroffen. Am Samstagabend hätten die Stimmungswelten der beiden Funktionäre unterschiedlicher nicht sein können. «Wir müssen jetzt alle Kräfte bündeln, dazu gibt es keine Alternative», meinte der angesichts der dramatisch schlechten Leistung seines Teams erstaunlich gefasst wirkende Bruchhagen. Zu allem Überfluss verloren die Hessen kurz vor der Pause auch noch Sebastian Rode mit Rot nach vermeintlicher Notbremse gegen Florian Heller (43.). Der Verteidiger wird der Eintracht damit in «unserem persönlichen Endspiel» (Daum) gegen den 1. FC Köln auch noch fehlen. «Wir sind in einer bedrohlichen Lage», bilanzierte Daum.
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