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Neuer Star der Trainer-Riege: Klopps erster Titel

Dortmund (dpa) - 30.04.2011, 18:11 Uhr

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hat seinen ersten Meistertitel.
Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hat seinen ersten Meistertitel.

Authentisch, dynamisch, erfolgreich. Beim deutschen Meister Borussia Dortmund wird Jürgen Klopp als Vater des Erfolgs gefeiert. Mit seinem ersten Titelgewinn untermauert der Trainer seinen Ruf als Trendsetter - und wird damit für andere Clubs noch interessanter.

Der Star ist der Trainer. Jürgen Klopp genießt Kultstatus - nicht nur beim neuen deutschen Meister Borussia Dortmund. Nach Achtungserfolgen beim vergleichsweise kleinen FSV Mainz 05 trat der Coach beim BVB den Nachweis an, auch bei größeren Clubs Großes leisten zu können. Spätestens mit der Meisterschaft avancierte er zum wohl gefragtesten deutschen Fußballlehrer. «Ich bin einfach glücklich», sagte Klopp, nachdem der Triumph am Samstagnachmittag perfekt war.

«Klopp war mein bisher bester Transfer als Manager», schwärmte Michael Zorc bereits vor Monaten. Das Versprechen beim Amtsantritt im Sommer 2008, in Dortmund für «Vollgas-Veranstaltungen» zu sorgen, hat Klopp gehalten. Trotz schwieriger finanzieller Bedingungen leitete er in Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc einen beispiellosen und kostengünstigen Umbruch ein. Selbst als die von Klopp erzeugte Aufbruchstimmung Anfang 2009 zu verpuffen schien und der BVB in der Bundesliga sieben Mal sieglos blieb, kamen in Dortmund keine Zweifel an Klopp auf.

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Das Vertrauen machte sich bezahlt: Nach einem unglücklichen 6. Platz in seinem ersten Amtsjahr kehrte der Champions-League-Sieger von 1997 im vorigen Jahr als Fünfter auf die internationale Bühne zurück. Am Ende einer grandiosen Saison steht der Revierclub sogar erstmals seit 2002/2003 wieder in der europäischen Königsklasse. «Was die Jungs geleistet haben, ist nicht in Worte zu fassen. 32 Mal über sich hinauszuwachsen, ist Wahnsinn. Die Mannschaft ist mit allen Drucksituationen umgegangen», gab der Meistertrainer alle Komplimente an seine Schützlinge weiter.

Klopp überzeugt sowohl als medienkompatibler Entertainer als auch als geschätzter Fachmann. Die Leidenschaft des einstigen 2. Liga-Profis Klopp übertrug sich auf die Mannschaft: Mit laufintensivem Spiel, großer taktischer Disziplin und unbekümmertem Jugendstil dominierte sie die Liga. Unter der Regie des 43 Jahre alten Diplom-Sportlehrers schafften mit Mats Hummels, Kevin Großkreutz, Marcel Schmelzer und Mario Götze vier Jungprofis allein in dieser Saison den Sprung in die Nationalmannschaft. Willkommener Begleiteffekt: Der Wert des Kaders wuchs beträchtlich.


Vielerorts wird der BVB um den Fußball-Lehrer beneidet. Seine zugleich kollegiale und autoritäre Arbeit mit den Profis gilt als ebenso stilbildend wie seine auf Forechecking und Opferbereitschaft basierende Fußballphilosophie.

Vorbei sind Zeiten, in denen sein lässiges Outfit mit Jeans und Dreitagebart als Ausschlusskriterien für arrivierte Jobs galt. Selbst der anfangs skeptische Franz Beckenbauer kann sich Klopp mittlerweile als Trainer des Branchenführers FC Bayern vorstellen. Immer häufiger wird der von BVB-Sportdirektor Zorc als «Menschenfänger» charakterisierte Klopp gar als künftiger Nationalcoach für die Zeit nach Joachim Löw gehandelt.

Selbst die regelmäßigen Wutanfälle von Klopp am Spielfeldrand tun der großen Popularität keinen Abbruch. Sein mitunter rüder Umgang mit Schiedsrichtern kostete ihn bereits 37 000 Euro. Er spricht für ihn, dass er solche Auftritte schon wenige Minuten später selbst als «peinlich» deklariert.

Ähnlich wie in Mainz, wo er insgesamt 18 Jahre als Spieler und Trainer verbrachte, stieg «Kloppo» in Dortmund zum Liebling der Fans auf. Das gute Verhältnis zu seinen Profis und die kollegiale Zusammenarbeit mit der Vereinsführung bestärkte ihn, den Vertrag beim BVB Ende November nach kurzen und harmonischen Verhandlungen bis 2014 zu verlängern. Derzeit spricht viel dafür, dass der Coach den verlockenden Angeboten der Konkurrenz bis dahin widersteht: «Ich bin mir sicher, dass wir nicht vor Ende der Vertragslaufzeit auseinandergehen» sagte Klopp.

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