Andreas Ivanschitz (26. Minute) und der bärenstarke Elkin Soto (39., 45.) erzielten vor 20 300 Zuschauern im ausverkauften Bruchwegstadion die Treffer für die Hausherren, die im achten Duell erstmals in der Bundesliga gegen den ehemals großen Nachbarn gewannen. «Wie sehr das Umfeld diesen Sieg gewollt hat, hat man nach dem Spiel gesehen», meinte Tuchel. Da brachen am Bruchweg alle Dämme. Spieler und Verantwortliche tanzten mit den Fans auf dem Zaun. «Das war ein schönes Gefühl. Wenn man so etwas Außergewöhnliches erreicht und dann von den Anhängern gefordert wird, dann muss man dem einfach auch einmal nachgeben», sagte Präsident Strutz. Am Vorabend hatte sich Strutz noch mit Bruchhagen und den beiden Ehefrauen zum gemütlichen Essen getroffen. Am Samstagabend dann hätten die Stimmungswelten der beiden Funktionäre unterschiedlicher nicht sein können. «Wir müssen jetzt alle Kräfte bündeln, dazu gibt es keine Alternative», meinte der angesichts der dramatisch schlechten Leistung seines Teams erstaunlich gefasst wirkende Bruchhagen. Zu allem Überfluss verloren die Hessen kurz vor der Pause auch noch Sebastian Rode mit Rot nach vermeintlicher Notbremse gegen Florian Heller (43.). Der Verteidiger wird der Eintracht damit in «unserem persönlichen Endspiel» (Daum) gegen den 1. FC Köln auch noch fehlen. «Wir sind in einer bedrohlichen Lage», bilanzierte Daum. Die Anhänger der Frankfurter reagierten auf die desaströse Leistung ihres Teams nach der Pause mit einem Stimmungsboykott und hatten schon zur Pause in Scharen das Stadion verlassen. «Wir müssen uns bei unseren Fans am kommenden Wochenende rehabilitieren», forderte der erfolglose Frankfurter Trainer. Nach der Pleite der Frankfurter Eintracht im Bundesliga-Derby beim FSV Mainz 05 ist es in Frankfurt zu Ausschreitungen gekommen. Etwa 150 Fußball-Anhänger randalierten vor dem Frankfurter Stadion, wie ein Sprecher der Polizei sagte. «Sie gebärden sich wie die Verrückten.» Die Fans seien nach der 0:3-Niederlage ihrer Mannschaft nach Hause gefolgt und ließen nun ihrem Unmut freien Lauf. Einigen sei es gelungen, in das Stadion einzudringen. Die Polizei war mit starken Einsatzkräften vor Ort.
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