Ihr Empfang in Frankfurt erinnert an den Start beim 1. FC Köln. Dort wurden Sie wie ein Messias erwartet. Daum: «Auch dort hat es eine Zeit gedauert, bis ich einige Dinge umsetzen konnte. Nur hinkommen, Hand auflegen und der Erfolg stellt sich von alleine ein, das geht nicht. Das war harte Knochenarbeit. Ich sehe hier gute Möglichkeiten, dass wir hier einige Dinge schneller umsetzen können. Das war für mich auch ein wichtiges Kriterium.» Bis zum ersten Spiel in Wolfsburg bleiben Ihnen elf Tage Zeit. Wie gehen Sie die Sache an? Daum: «Ich lerne wegen der Länderspielpause erst mal nur einen Teil der Mannschaft kennen. Mit diesem Teil werde ich sehr intensiv zusammenarbeiten. Im Fußball spielt der Kopf immer eine wichtige Rolle. Wenn der Kopf richtig funktioniert, dann ist er das dritte Bein. Es geht darum, die Spieler dahin zu bringen, dass sie wieder ihr Potenzial abrufen. Ich möchte am liebsten, dass wir jetzt die Saison neu starten und in den letzten sieben Spielen eine Spitzenposition in dieser Tabelle einnehmen.» Wie gut kennen Sie die Mannschaft? Daum: «Ich hab mich überhaupt nicht mit der Mannschaft auseinandergesetzt bis zum Sonntag. Ich werde mit allen Spieler Gespräche führen, um mir ein authentisches Bild zu schaffen. Ich sage allen: Wir fangen bei Null an.» Ziehen Sie kurzfristig von Köln nach Frankfurt? Daum: «Ich werde selbstverständlich vor Ort sein. Das Wichtigste für eine gewisse Zeit ist Eintracht Frankfurt. Da muss die Familie zurückstecken. Ich habe zu Hause Bilder aufgestellt, einige Videos eingelegt, damit die mich nicht vergessen. Ich muss zeigen, ich lebe für den Verein. Am Sonntag fahre ich vielleicht für einen Kaffee nach Hause, dann aber ruft wieder die Arbeit. Es ist ein wunderschöner Beruf, aber auch ein knallharter. Das muss ich vorleben und bin 25 Stunden am Tag für den Club da. Ich kann nicht 15 Minuten nach Trainingsschluss das Golfbag ins Auto packen und abdüsen.»
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