FC Bayern: «Woche des Schreckens» positiv beenden
17.03.2011, 14:36 Uhr
Thomas Müller (l) kannes nicht fassen. Die Bayern sinjd in der Champions League durch ein Last-Minute-Tor ausgeschieden.
München (dpa) - Nationalspieler Thomas Müller vom FC Bayern München hofft, dass die «Woche des Schreckens» nach einem Sieg beim SC Freiburg wieder ein «bisschen vergessen» ist. «Wir sind in der Bringschuld», nahm Müller sich und seine Teamkollegen vom FC Bayern in Pflicht. «Wir haben acht Spiele, noch achtmal Vollgas und dann denke ich, werden wir auf Platz zwei oder drei stehen.» Das Ziel Champions-League-Qualifikation muss vom Tabellenvierten angegangen werden als ginge es um die Meisterschaft. «Unser Titel ist Platz zwei oder drei dieses Jahr», sagte Fußball-Nationalspieler Mario Gomez. «Es gibt kein Motivationsloch.» Der fehlende Anreiz macht das Rennen um die Königsklassen-Qualifikation ebenso wie ein paar Baustellen im Team vielleicht noch ein bisschen schwerer als es für den Tabellenvierten ohnehin schon ist. Normalerweise spiel der deutsche Rekordmeister in diesen Wochen um Titel.
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«Für uns, beim FC Bayern, geht es normal um Titel bis zum Ende der Saison, ob es die deutsche Meisterschaft ist, ob es der Pokal ist, ob es Champions League ist, dass man weit kommt», sagte Philipp Lahm. Sein Team braucht jetzt fast schon einen meisterlichen Lauf, um wenigstens in der neuen Saison noch einmal in der Liga von Europas Besten mitspielen zu dürfen. «Wir wollen dahin, natürlich auch weil das Finale 2011 in München ist.» Auch der neue Trainer - weiter spricht alles für Jupp Heynckes (Leverkusen) - will lieber in der Königsklasse mit der Mannschaft aufspielen. Und dass Stars wie Arjen Robben keine Lust auf die Europa League haben, ließen diese auch schon wiederholt anklingen. |
Kapitän Lahm hat angesichts eines Rückstands von sieben Punkten auf Rang zwei und den vergangenen Resultaten eine «kritische Situation» ausgemacht - von einem Zwist zwischen Offensive und Defensive spricht der Nationalspieler dagegen nicht. Dabei rumorte es nach dem 2:3 gegen Inter Mailand tüchtig in den Bayern-Reihen, sicherlich auch aus der Emotion heraus. Die Angreifer sprachen der Abwehr die Tauglichkeit für die Champions League ab, die Defensive wies auf die fehlende Chancenverwertung hin. Nerlinger sieht keinen Riss in der Mannschaft, wohl aber Nachbesserungsbedarf für die neue Saison. «Schuldzuweisungen wären auch nicht angebracht. Im Gegenteil: Wir müssen gemeinsam durch diese schwierige Phase gehen», sagte der Sportdirektor, der Verstärkung für die neue Saison ankündigte. «Wir müssen hinten etwas tun, weil deutlich wurde, dass man Titel nur mit einer stabilen Defensive holt.» Trotz vieler Experimente fand der Club «keine feste Defensivformation», so Nerlinger im «Kicker». «Klar ist deshalb, dass wir im Sommer diese Defensive verstärken müssen. Da werden wir tätig werden», sagte Nerlinger. Treffend beschrieb die «Süddeutsche Zeitung» das Problem der offensiven Künstler ohne Absicherung als «Zirkus ohne Netz». Und Franz Beckenbauer fand den Verzicht auf Abwehrverstärkungen «blauäugig». Ein Mailänder Gewinner, Lucio, wies im «Kicker» darauf hin, dass man ihn anrufen könne, denn er wollte ja immer seine Karriere in München beenden. Ein anderer Brasilianer, der gegen Inter patzende Breno, ließ dagegen Interesse erkennen, dass er zum FC Sao Paulo zurückkehren wolle. Die Chefs sondieren derzeit den Markt, die Mannschaft soll derweil nach dem Mailänder «Nackenschlag» (Lahm) wieder den Kopf heben. Und vor allem wieder mit mehr Köpfchen auflaufen. Denn auch das war neben der fahrlässigen Chancenverwertung und eklatanten Defensivschwächen gegen Mailand ein Problem. Man habe es nicht geschafft, die Partie nach Hause zu spielen, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der sicher war, dass das «Spiel Spuren hinterlassen» werde.
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