Die Spieler hielten sich auffällig zurück mit Bewertungen. «Dazu habe ich nichts zu sagen», meinte Kapitän Heiko Westermann unmittelbar vor dem Training. Paolo Guerrero sieht es ähnlich: «Das ist nicht unser Problem. Wir müssen gegen Köln gewinnen.» In Hoffmann verlässt eine umstrittene Führungspersönlichkeit den HSV. Sich selbst an den Abgrund manövriert hatte er sich mit der Trennung vom beliebten Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer im Juni 2009. Danach wurde Hoffmann als Alleinherrscher und Sonnengott geziehen, der keine starke Persönlichkeit neben sich dulden würde. Auch Idol Uwe Seeler wandte sich immer mehr vom Macher Hoffmann ab und sah in dessen Gebaren den Herd für die «Never Ending Story» aus Zwist, Unruhe und sportlichem Mittelmaß beim kriselnden HSV. Hoffmann hat durchaus Verdienste um das Gründungsmitglied der Bundesliga: Als er im Februar 2003 den Verein übernahm, lag der Umsatz bei 66 Millionen Euro, jetzt weist die Bilanz stolze 146 Millionen Euro aus. Die Zahl der Mitglieder wuchs von 17 000 auf rund 70 000 und im UEFA-Ranking erfüllte er seine kühnen Ankündigungen vom Durchmarsch Richtung Spitzenfeld. Die mehrfache Teilnahme an internationalen Wettbewerben hievte den HSV von Platz 83 auf Platz 18 in Europa. Den Titel aber, den er jahraus, jahrein als lohnendstes Ziel verkündet hatte, gab es nie. Mehr noch: Der Name Hoffmann ist verknüpft mit dem zweifelhaften Ruf als Trainervernichter. Unter seiner Ägide hat bereits der neunte Coach die Amtsgeschäfte beim HSV übernommen. Nach der Beurlaubung von Armin Veh ist nun dessen Assistent Oenning in Amt und Würden. Vehs Fazit: «So viel Unruhe habe ich noch nie erlebt. Hier kann man nicht arbeiten.» Nach seinem Abschied legte er in der «Sport-Bild» nach und kritisierte die unendlichen Indiskretionen aus den Gremien.
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