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Chaos-Tage in der Bundesliga - Leverkusen holt auf

Düsseldorf (dpa) - 13.03.2011, 17:29 Uhr

Trainer Armin Veh wurde beim Hamburger SV entlassen.
Trainer Armin Veh wurde beim Hamburger SV entlassen.

Auf der Zielgeraden der Fußball-Bundesliga liegen die Nerven blank. Am Tag nach der 0:6-Pleite beim FC Bayern München musste der Hamburger Armin Veh als siebter Trainer der Saison vorzeitig seinen Hut nehmen, drei weitere Kollegen bangen zudem um ihren Job.

Während Frankfurts Coach Michael Skibbe noch eine Schonfrist gewährt wurde, sind die Arbeitstage von Pierre Littbarski beim VfL Wolfsburg und Felix Magath beim FC Schalke wohl gezählt.

Großer Gewinner ist der zum Saisonende scheidende Bayern-Coach Louis van Gaal. «Ich habe das Gefühl, die Mannschaft hat für mich gewonnen», sagte der Holländer. Sportlich sorgte der souveräne Spitzenreiter Borussia Dortmund mit der ersten Niederlage in der Rückrunde für eine Überraschung.

Anders als zuletzt konnte Verfolger Leverkusen die Gunst der Stunde diesmal nutzen. Das Team von Trainer Jupp Heynckes setzte sich am Sonntag beim Tabellen-Fünften FSV Mainz 05 mit 1:0 (0:0) durch. Dank des Treffers von Renato Augusto (82. Minute) verkürzte Bayer den Abstand zur Borussia auf neun Punkte. Zum verdienten Erfolg der Leverkusener trug auch der in die Startelf beorderte Michael Ballack bei.

Von den vor dem 26. Spieltag in die Schusslinie geratenen Fußball-Lehrern erwischte es zunächst HSV-Coach Veh, der zu Wochenbeginn seinen Abschied zum Saisonende angekündigt hatte. Kritik am Club kam aus allen Richtungen. Torhüter Frank Rost prangerte den «Wahnsinn» im Verein an, Ex-Manager Günter Netzer kritisierte die erbärmliche und unwürdige Außendarstellung des HSV. Nachfolger von Veh ist der bisherige Co-Trainer Michael Oenning.


Auch beim FC Schalke ist nach dem Einzug ins Champions-League-Viertelfinale und dem glücklichen 2:1-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt keine Ruhe eingekehrt. Am 16. März soll sich Magath in einer Sondersitzung des Aufsichtsrates erklären, zuvor sollte ein Gespräch zwischen dem Trainer und Aufsichtsratschef Clemens Tönnies stattfinden. Magath glaubt nach wie vor an seine Weiterbeschäftigung. Sein Faustpfand sind die jüngsten Erfolge. In der Liga erzielte der zuvor eingewechselte Angelos Charisteas, dessen Verpflichtung stark kritisiert worden war, das Schalker Siegtor.

Verrückte Bundesliga-Welt: Erfolgscoach Magath muss um seinen Job bangen, der erfolglose Michael Skibbe genießt bei der in der Rückrunde noch sieglosen Frankfurter Eintracht das Vertrauen. «Wir sind in einer tiefen Krise. Ich traue Michael Skibbe zu, dass er mit der Mannschaft noch die Kurve kriegt», sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Am nächsten Wochenende gegen den FC St. Pauli steht der Eintracht-Trainer allerdings unter Siegzwang.

Auch Pierre Littbarski steht nach vier Niederlagen aus fünf Spielen beim VfL Wolfsburg mit dem Rücken zur Wand. «Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt», sagte VfL-Profi Sascha Riether nach der 1:2-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg. Manager Dieter Hoeneß ging nach der unglücklichen Niederlage zunächst auf Tauchstation. Die Situation im Abstiegskampf wird für den Meister von 2009 immer bedrohlicher.

Bayern-Trainer Louis van Gaal hingegen konnte die Galavorstellung seines Teams wie ein Triumphator auskosten. Nach zuvor drei Niederlagen und dem beschlossenen Ende seiner Tätigkeit am Saisonende zeigte sich seine Elf bestens erholt und hatte in den Superstars Arjen Robben und Franck Ribéry die auffälligsten Spieler. Robben traf gleich dreimal. «Es war ein wichtiger Tag für den Trainer, aber auch für die Mannschaft», sagte Robben.

An der Tabellenspitze hat Borussia Dortmund mit der 0:1-Niederlage bei 1899 Hoffenheim einen kleinen Dämpfer erlitten. «Das wirft uns nicht aus der Bahn», meinte BVB-Keeper Roman Weidenfeller. Den Siegtreffer für die Hoffenheimer erzielte Vedad Ibisevic.

Wichtige Punkte im Abstiegskampf sammelten der 1. FC Kaiserslautern beim 2:1-Last-Minute-Sieg gegen den SC Freiburg, der 1. FC Köln beim 4:0 üner Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach mit dem 1:1 bei Werder Bremen. Verteidiger Dante sicherte dem Tabellenletzten in der Nachspielzeit einen Punkt, den Siegtreffer für die Pfälzer erzielte Erwin Hoffer. «Das war wieder das richtige Betzenberg-Feeling», schwärmte FCK-Vorstandschef Stefan Kuntz vor dem Keller-Duell in Mönchengladbach am nächsten Spieltag.

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