Doch nach dem erneut verpassten Befreiungsschlag ist die Stimmung in der Pfalz hoch explosiv. In ihrer Enttäuschung über den Absturz haben die FCK-Fans Lakic zum Sündenbock auserkoren. Der Stürmer hat in der Winterpause seinen Wechsel zum VfL Wolfsburg zur kommenden Spielzeit angekündigt und seitdem nicht mehr getroffen. Die Anhänger fühlen sich vom einstigen Publikumsliebling im Stich gelassen. «Natürlich bin ich enttäuscht, aber so ist es halt», sagte Lakic nach der Demütigung zunächst zurückhaltend. Je länger er aber nach seinem Befinden gefragt wurde, desto mehr gewährte der mit elf Treffern nach wie vor beste FCK-Stürmer einen Einblick in sein Innenleben. «Das ist respektlos», platzte es am Ende aus ihm heraus, ehe er von einem Mitarbeiter der Medienabteilung in die Kabine «entführt» wurde - zum Selbstschutz. Schließlich können sie beim Aufsteiger jetzt alles gebrauchen, nur keinen Bruch zwischen dem Team und seinen Zuschauern. «Ich setze auf einen Selbstreinigungsprozess innerhalb der Fanszene», sagte Kurz nach der Begegnung hoffnungsvoll. «Es ist nur eine Gruppe, die gepfiffen hat, am Ende gab es auch schon wieder Lakic-Rufe.» Doch diese angeblichen Sympathie-Bekundungen waren nur ins Ohr des Lauterer Trainers gedrungen. In Wahrheit hatten sich die Pfiffe sogar gegen das ganze Team gerichtet. Der FCK befindet sich am Scheideweg. Gelingt es ihm nicht, die Anhänger wieder auf die gemeinsame Linie einzuschwören, droht dem Club der direkte Wiederabstieg. Auch HSV-Coach Armin Veh kritisierte das Verhalten der Lauterer Fans heftig. «So etwas kann nicht sein. Der Junge arbeitet wie ein Verrückter», sagte Veh. Seine eigenen Sorgen wirkten angesichts der Vorfälle ausnahmsweise einmal marginal. Im Kampf um einen Platz in der Europa League brachte das Remis, das durch den Lauterer Führungstreffer von Adam Hlousek (18. Minute) und den Ausgleich von Marcell Jansen (54.) zustande kam, die Hanseaten nicht weiter. Der Hamburger Trainer, dessen Zukunft in «zwei bis drei Wochen» geklärt sein soll, gab sich dennoch kämpferisch. Am kommenden Spieltag kommt es zum Direktduell gegen Mainz 05. «Da müssen wir gewinnen», sagte Veh. Sonst droht auch in Hamburg die Stimmung wieder zu kippen.
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