Statt über seinen von den Fans geforderten Abgang sprach der Manager lieber über die Perspektive der eigentlich bis zum Sommer angedachten Übergangslösung Littbarski. «Es geht darum, dass wir Punkte brauchen», sagte Hoeneß im ZDF. Will heißen: Gibt es unter «Litti» nicht schnell zählbaren Erfolg, könnte es den vierten Trainerwechsel in Hoeneß' bislang 13-monatiger Amtszeit geben. Der bisherige Assistent McClarens wollte sich nach dem Fehlstart nicht zu seiner Situation äußern. «Für mich persönlich möchte ich keine Wertung abgeben», sagte Littbarski. Der als potenzieller Nachfolger gehandelte Ralf Rangnick bestätigte am Sonntagabend im TV-Sender Sky «Kontakt» zu den Wolfsburgern, bekräftigte aber, «von Anfang an klar gemacht» zu haben, erst ab Sommer wieder für ein mögliches Engagement im Fußball zur Verfügung zu stehen. Die Trainersituation erinnert ein wenig an die vergangene Saison. Damals hatte Hoeneß als eine seiner ersten Amtshandlungen in Wolfsburg den jetzigen HSV-Coach Armin Veh vor die Tür gesetzt und Interimscoach Lorenz-Günther Köstner installiert. Veh konnte sich bei seiner Rückkehr nach Niedersachsen daher einen Seitenhieb auf den VfL nicht verkneifen: «Hier ist es doch immer besonders ruhig.» Vor einem Jahr war auch Köstner wie nun Littbarski zunächst lange ein Trainer auf Abruf. Nur war Wolfsburg damals Zehnter. Zwei Trainerwechsel später und zwölf Spielerverpflichtungen für zusammen 53,6 Millionen Euro weiter, müssen die Anhänger nach 14 Jahren Zugehörigkeit gar den Abstieg aus der Eliteklasse befürchten. «Es geht um die Existenz des Vereins», mahnte Kapitän Marcel Schäfer frustriert nach der Niederlage, die Mladen Petric per Foulelfmeter (34. Minute) besiegelt hatte. Ohne den wegen seines geklauten Elfmeter in der Vorwoche suspendierten Diego mangelte es an Durchschlagskraft. «Uns fehlte heute eine gewisse Portion Genialität», räumte Littbarski ein. Dennoch beeilte sich Hoeneß, den neuen Coach für seine harte Hand zu loben und ein wenig gegen McClaren nachzutreten. «Das finde ich richtig. Das ist das, was vorher gefehlt hat», sagte Hoeneß, der ansonsten Durchhalteparolen verkündete: «Es wird ein schwerer Weg, aber den werden wir erfolgreich gehen.»
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