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«Hoeneß raus»: Fan-Wut setzt VfL-Manager zu

Wolfsburg (dpa) - 13.02.2011, 09:34 Uhr

Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß gerät immer mehr in die Kritik.
Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß gerät immer mehr in die Kritik.

Die Situation beim VfL Wolfsburg spitzt sich nach dem missratenen Einstand von Interimscoach Littbarski zu. Beim 0:1 gegen den HSV fordern die Fans vehement den Abgang von Manager Hoeneß. Folgen nicht schnell Siege, könnte es einen weiteren Trainerwechsel geben.

Dieter Hoeneß hatte sich im warmen Innenbereich der VW-Arena verschanzt, als die aufgestaute Fan-Wut über ihn hereinbrach. Der Manager des immer tiefer in den Abstiegssumpf gleitenden VfL Wolfsburg war in der zweiten Halbzeit des 0:1 (0:1) gegen den Hamburger SV von seinem angestammten Tribünen-Platz geflüchtet. Die lauter und zorniger werdenden «Hoeneß raus»-Rufe dürfte er gleichwohl registriert haben.

Nach der dritten Niederlage in Folge entlud sich die Anspannung des VfL-Managers in den Katakomben. «Haben sie noch andere Fragen?», blaffte Hoeneß einen Journalisten an, der es gewagt hatte, ihn darauf anzusprechen. Der missratene Einstand von Interimscoach Pierre Littbarski nach der Entlassung von Hoeneß' gescheitertem Trainer-Experiment Steve McClaren, die sich Woche für Woche verschärfende sportliche Situation beim Meister von 2009 und die wachsende Kritik an seiner Person setzen Hoeneß derzeit arg zu.

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Statt über den eigenen Abgang sprach der Manager lieber über die Perspektive der eigentlich bis zum Sommer angedachten Übergangslösung Littbarski. «Es geht darum, dass wir Punkte brauchen», sagte Hoeneß am späten Abend im ZDF. Will heißen: Gibt es unter dem Weltmeister von 1990 nicht schnell zählbaren Erfolg, könnte es den vierten Trainerwechsel in Hoeneß' bislang 13-monatiger Amtszeit geben.

Der bisherige Assistent des geschassten McClaren wollte sich nach dem Fehlstart nicht zu seiner Situation äußern. «Für mich persönlich möchte ich keine Wertung abgeben», sagte Littbarski. Der als potenzieller Nachfolger gehandelte Ralf Rangnick bekräftigte zur selben Zeit in München, «Stand jetzt» erst «zur kommenden Saison» wieder ein Traineramt übernehmen zu wollen.


Die Trainersituation erinnert ein wenig an die vergangene Saison. Damals hatte Hoeneß als eine seiner ersten Amtshandlungen in Wolfsburg den jetzigen HSV-Coach Armin Veh vor die Tür gesetzt und Interimscoach Lorenz-Günther Köstner installiert. Veh konnte sich bei seiner Rückkehr nach Niedersachsen daher einen Seitenhieb auf den VfL nicht verkneifen: «Hier ist es doch immer besonders ruhig.»

Vor einem Jahr war auch Köstner wie nun Littbarski zunächst lange ein Trainer auf Abruf. Nur war Wolfsburg damals Zehnter. Zwei weitere Trainerwechsel später und zwölf Spielerverpflichtungen für zusammen 53,6 Millionen Euro weiter, müssen die Anhänger nach 14 Jahren Zugehörigkeit gar den Abstieg aus der Eliteklasse befürchten. «Es geht um die Existenz des Vereins», mahnte Kapitän Marcel Schäfer frustriert nach der Niederlage, die Mladen Petric mit einem verwandelten Foulelfmeter (34. Minute) besiegelt hatte.

Ohne den wegen seines geklauten Elfmeter in der Vorwoche suspendierten Diego mangelte es an Durchschlagskraft. «Uns fehlte heute eine gewisse Portion Genialität», räumte Littbarski ein. Dennoch beeilte sich Hoeneß, den neuen Coach für seine harte Hand zu loben und ein wenig gegen McClaren nachzutreten. «Das finde ich richtig. Das ist das, was vorher gefehlt hat», sagte Hoeneß, der ansonsten Durchhalteparolen verkündete: «Es wird ein schwerer Weg, aber den werden wir erfolgreich gehen.»

Beim HSV scheint nach den Turbulenzen um die gescheiterte Sportchef-Verpflichtung von Matthias Sammer und dem Theater um den wechselwilligen Ruud van Nistelrooy wieder alles im Lot. «Im Derby gegen St. Pauli können wir noch was gutmachen in der Tabelle», sagte Veh zum Nachholduell am Mittwoch. Danach steht für den Tabellen-Sechsten schon das nächste Derby gegen Werder Bremen an. «Das ist so eine Woche, da kann viel passieren», meinte der wieder genesene Marcell Jansen zu den Aussichten.

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