Die Trainersituation erinnert ein wenig an die vergangene Saison. Damals hatte Hoeneß als eine seiner ersten Amtshandlungen in Wolfsburg den jetzigen HSV-Coach Armin Veh vor die Tür gesetzt und Interimscoach Lorenz-Günther Köstner installiert. Veh konnte sich bei seiner Rückkehr nach Niedersachsen daher einen Seitenhieb auf den VfL nicht verkneifen: «Hier ist es doch immer besonders ruhig.» Vor einem Jahr war auch Köstner wie nun Littbarski zunächst lange ein Trainer auf Abruf. Nur war Wolfsburg damals Zehnter. Zwei weitere Trainerwechsel später und zwölf Spielerverpflichtungen für zusammen 53,6 Millionen Euro weiter, müssen die Anhänger nach 14 Jahren Zugehörigkeit gar den Abstieg aus der Eliteklasse befürchten. «Es geht um die Existenz des Vereins», mahnte Kapitän Marcel Schäfer frustriert nach der Niederlage, die Mladen Petric mit einem verwandelten Foulelfmeter (34. Minute) besiegelt hatte. Ohne den wegen seines geklauten Elfmeter in der Vorwoche suspendierten Diego mangelte es an Durchschlagskraft. «Uns fehlte heute eine gewisse Portion Genialität», räumte Littbarski ein. Dennoch beeilte sich Hoeneß, den neuen Coach für seine harte Hand zu loben und ein wenig gegen McClaren nachzutreten. «Das finde ich richtig. Das ist das, was vorher gefehlt hat», sagte Hoeneß, der ansonsten Durchhalteparolen verkündete: «Es wird ein schwerer Weg, aber den werden wir erfolgreich gehen.» Beim HSV scheint nach den Turbulenzen um die gescheiterte Sportchef-Verpflichtung von Matthias Sammer und dem Theater um den wechselwilligen Ruud van Nistelrooy wieder alles im Lot. «Im Derby gegen St. Pauli können wir noch was gutmachen in der Tabelle», sagte Veh zum Nachholduell am Mittwoch. Danach steht für den Tabellen-Sechsten schon das nächste Derby gegen Werder Bremen an. «Das ist so eine Woche, da kann viel passieren», meinte der wieder genesene Marcell Jansen zu den Aussichten.
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