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Bayern in Sorge, Bremen und Wolfsburg unter Druck

Düsseldorf (dpa) - 11.02.2011, 16:32 Uhr

Die Bayern-Stars Arjen Robben (l) und Franck Ribéry hoffen auf einen gemeinsamen Einsatz gegen Hoffenheim.
Die Bayern-Stars Arjen Robben (l) und Franck Ribéry hoffen auf einen gemeinsamen Einsatz gegen Hoffenheim.

Zoff in Bremen, Unruhe in Wolfsburg, Bangen in München - nach fast zwei Dritteln der Saison herrscht nur beim souveränen Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund ungetrübte Stimmung.

«Wir fahren nach Kaiserslautern und wollen dort gewinnen», sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp voller Selbstbewusstsein vor der Partie am Samstag beim Aufsteiger, der nach drei Niederlagen in Serie mitten im Abstiegskampf angekommen ist.

Angesichts der bisherigen BVB-Dominanz auf fremden Plätzen (zehn Siege in elf Spielen) glaubt nicht einmal FCK-Coach Marco Kurz so recht an die Wende: «Wir müssen schon einen sauguten Tag erwischen, wenn wir gegen Dortmund Erfolg haben wollen. Aber wir haben ein volles Haus und mit den Fans im Rücken kann manches passieren.» Gerade die heiße Stimmung auf dem Betzenberg fürchtet Klopp am meisten. «Spiele in Kaiserslautern sind wie Derbys.» Gleichwohl stehen die Chancen gut, dass der BVB einen weiteren Bundesliga-Rekord einstellt. Bislang gelangen nur Werder Bremen (2004/05) und dem Hamburger SV (2005/06) elf Auswärtssiege in einer Saison.

Vor solchen Bilanzen kann die Konkurrenz derzeit nur träumen. Der nach dem 2:3-Rückschlag in Köln auf Rang fünf abgerutschte Rekordmeister Bayern München muss sogar um sein Minimalziel Platz zwei bangen. «Mit den fahrlässigen Punktverlusten auswärts sind unsere Ziele gefährdet», schrieb der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge im Vereinsmagazin zum Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim.

Der Boss macht den hochbezahlten Stars Dampf: In der jetzt beginnenden «heißen Phase er Saison» müsse die Mannschaft «mehr in die Pflicht und damit in die Verantwortung genommen werden», betonte er: «90 Minuten und nicht wie in Köln nur 45 Minuten Konzentration, Leidenschaft und Engagement sind gefordert.» Immerhin kann Trainer Louis van Gaal wohl erstmals in dieser Spielzeit auf einen gemeinsamen Einsatz der Stars Franck Ribery und Arjen Robben hoffen.


Noch brisanter ist die Lage in Wolfsburg und Bremen. Den beiden Nordclubs droht am 22. Spieltag gar der Absturz auf den Relegationsplatz. Beim VfL ruhen nach dem Rausschmiss von Trainer Steve McClaren die Hoffnungen auf Pierre Littbarski. Mit der Suspendierung von «Elfmeter-Rebell» Diego für die Partie gegen den Hamburger SV setzte der Weltmeister von 1990 ein Zeichen, nun muss die Mannschaft auf dem Platz nachziehen. «Ich kann es jetzt nicht besser machen, die Spieler müssen es besser machen», sagte «Litti» vor seinem Debüt als Chefcoach.

Als wäre die sportliche Situation nicht schon prekär genug, sorgen die Diskussionen um den vom Team engagierten Motivationstrainer und die «Maulwurf-Affäre» vor dem Nordderby gegen den Tabellen-Vierten Hannover 96 bei Werder für weiteren Wirbel. «Diese Indiskretion war ein krasses Fehlverhalten», klagte Clubchef Klaus Allofs.

Nach dem bitteren 2:3 gegen den VfB Stuttgart erwartet Schlusslicht Borussia Mönchengladbach beim FC St. Pauli der nächste «Abstiegsgipfel». Trotz der Personalsorgen behält Trainer Michael Frontzeck die Ruhe. «Wir müssen und werden uns in das Spiel reinbeißen», versprach der Borussen-Coach, dessen Team am Millerntor heftigen Widerstand erwartet. «Wir haben die Riesenchance, uns von den Gladbachern zu distanzieren», sagte Trainer Holger Stanislawski.

Auf einen Stimmungsumschwung bei Schalke 04 hofft Trainer Felix Magath. Wegen seiner umstrittenen Transferpolitik sucht er neuerdings bei «Facebook» den Dialog mit den aufgebrachten Fans. Das erste Heimtor und der erste Heimsieg in der Rückrunde gegen den SC Freiburg würden zur Beruhigung beitragen. «Natürlich spüren wir Druck. Freiburg hat bisher eine starke Saison gespielt. Trotzdem muss ein Sieg das Ziel sein. Es gibt keine Ausreden mehr», sagte Lukas Schmitz.

Spannende Positionskämpfe um die Europapokalplätze sind zu erwarten. Der Zweite Bayern Leverkusen (39 Punkte/bei Eintracht Frankfurt) sowie die punktgleichen FSV Mainz 05 (37/beim 1. FC Köln) und Hannover (37/in Bremen) wollen die Bayern (36) mit Auswärtssiegen auf Abstand halten. Dahinter lauern neben Freiburg (34) auch die Hoffenheimer (32), die in München auf den Coup hoffen. Nach zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen ist 1899-Coach Marco Pezzaiuoli vor den Münchnern nicht bange. «Wir wollen auch dort punkten, sonst bräuchten wir gar nicht erst hinzufahren.»

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