Ob «Litti» länger bleiben darf oder in der neuen Saison jemand anderes kommt, blieb am Tag nach der McClaren-Entlassung offen. «Die Frage war, wer jetzt übernimmt», sagte Hoeneß: «Alle weiteren Fragen werden wir in den nächsten Wochen und Monaten beantworten.» Namen wie die von Ralf Rangnick als Coach für die neue Saison wollte er nicht kommentieren. «Es geht nicht darum, einen pseudo-starken Mann zu produzieren», sagte Littbarski, erklärte aber auch: «Ich muss ein paar Sachen härter angehen.» Während McClaren intern fehlende Konsequenz vorgeworfen wurde, will es Littbarski daran nicht mangeln lassen. «Sie können sicher sein, dass wir das abstellen, wenn noch etwas auftritt», versicherte der neue Coach: «Falls jemand aus der Rolle fällt», werde er auch am sonst freien Donnerstagmorgen trainieren lassen. Überhaupt will Littbarski, dass die Profis mehr üben und sich mehr mit ihrem Job als Angestellte des VW-Werksteams beschäftigen. Der Trainer will für den Sonntag eine Video-Analyse einführen und zudem mehr Zeit für das Probieren von Standards einplanen. Bisher seien die Profis «so schnell wie möglich nach Hause gefahren. Jetzt sollen sie sich mehr mit der Sache beschäftigen.» Littbarski ist der vierte Trainer in der jetzt 13 Monate dauernden Amtszeit von Hoeneß. «Hier geht es um die sportliche Existenz des VfL», sagte der Sportdirektor, der bei Trainerverpflichtungen bisher kein glückliches Bild abgibt. Nach der Entlassung von Armin Veh versuchte er es übergangsweise mit Lorenz-Günther Köstner und holte nach dem Scheitern der Verhandlungen mit dem Franzosen Gerard Houllier als B-Lösung den Engländer McClaren.
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