Rivalen Schalke und BVB waren einst befreundet
02.02.2011, 10:48 Uhr
Freundschaft statt Feindschaft! Ein Schalke- und ein Dortmund-Fan schauen sich gemeinsam ein Spiel an.
Dortmund/Gelsenkirchen (dpa) - Die Geschichte der «Mutter aller Fußballspiele» im Revier beginnt mit einem 4:2. Der FC Schalke besiegt Borussia Dortmund im Mai 1925 klar und deutlich - und niemand wundert sich. Der BVB krebst zu dieser Zeit in der «Kreisklasse Dortmund-Herne» herum, Schalke ist der dominierende Westverein und wird neun Jahre später erstmals deutscher Meister. Auf dem Rückweg von Berlin stoppt die Reichsbahn 35 Kilometer vor Gelsenkirchen. In offenen Autos fahren die Schalker Spieler durch die Dortmunder Innenstadt, werden von einer Menschenmenge umjubelt und tragen sich als erste Fußballmannschaft ins goldene Buch der Stadt ein. «Es herrschte eine tiefe Sympathie zwischen beiden Vereinen», sagt der ehemalige BVB-Sprecher und heutige Archivar, Gerd Kolbe. Tiefe Sympathie? Längst ist eine innige Feindschaft daraus geworden. Am Freitag steigt die 137. Auflage des Kohlenpott-Klassikers - und die Polizei plant schon wochenlang ihren Einsatz. Noch nicht einmal aussprechen wollen die jeweiligen Fans den Namen des Gegners: Die Schalker nennen den BVB «Lüdenscheid-Nord», die Schwarz-Gelben kontern mit «Herne-West».
«Es gab natürlich immer eine Konkurrenzsituation zwischen den beiden Vereinen. Aber erst in den 70er Jahren begann sich die Fanszene zu radikalisieren», sagt Kolbe. Es folgten Fan-Ausschreitungen und Beschimpfungen von Spielern, die zwischen den Clubs wechselten. Geklaute Banner und Vereinsfahnen sind da noch harmlos. «Dass man ein bisschen vor sich hin scherzt, ist ja in Ordnung.» Dabei hatten die Clubs in den guten alten Freundschaftszeiten immer fest zusammengehalten. Zum Beispiel zwischen 1934 und 1943, als Schalke einen Austragungsort für seine Vorrundenspiele um die deutsche Meisterschaft suchte und das Dortmunder Stadion Rote Erde fand. «Es war vom Deutschen Fußball-Bund vorgegeben worden, dass bestimmte Spiele in anderen Stadien gespielt werden mussten. Und der BVB hat dann für Schalke diese Spiele organisiert.» |