Magath wortkarg - Farfán schließt Wechsel nicht aus
Gelsenkirchen (dpa) - 30.01.2011, 10:42 Uhr
Schalkes Trainer Felix Magath konnte sich die schwache Leistung seiner Spieler gegen Hoffenheim nicht erklären.
Normalerweise ist Felix Magath um keine klare Aussage verlegen. Doch nach dem neuerlichen Nackenschlag in der Fußball-Bundesliga gab sich der Trainer des FC Schalke 04 ungewohnt wortkarg. Die blamable Vorstellung beim 0:1 gegen Hoffenheim nur vier Tage nach dem spektakulären Einzug ins Pokal-Halbfinale und die öffentlichen Wechselgerüchte um Jefferson Farfán hatten ihm wohl die Sprache verschlagen. «Hoffenheim hat nicht viel zugelassen, wir haben wenig versucht. Das war sehr enttäuschend», brummte der 57-Jährige. Am Dienstag hatten die Schalke-Fans ihr Team und den 17 Jahre alten Pokalhelden Julian Draxler nach dessen Traumtor zum 3:2 gegen Nürnberg noch groß gefeiert, gegen Hoffenheim brüllten sie schon in der ersten Hälfte: «Aufwachen, aufwachen.» Doch ausgerechnet vor dem Revierknüller am Freitag beim überragenden Spitzenreiter und Erzrivalen Borussia Dortmund präsentierte sich die Elf schläfrig, ideenlos, zeitweise wie gelähmt. Kein Aufbäumen nach dem frühen 0:1 durch Isaac Vorsah (4.), kein Spielaufbau, kaum Torchancen. Magath wirkte ratlos: «Ich habe keine Erklärung, dass wir innerhalb von ein paar Tagen solche Leistungsunterschiede haben.»
Neun Punkte Rückstand auf Platz fünf, die zweite Heimpleite in der Rückrunde - die Ligasaison scheint für den Tabellen-Elften gelaufen. Der Weg in den Europacup führt nur noch über einen Pokal-Coup. «Dass wir im Pokal weiter sind, ist ein Trostpflaster. Aber die Bundesliga ist unser Tagesgeschäft», kritisierte Manuel Neuer, der aus dem Duell mit 1899-Neuzugang Ryan Babel viermal als Sieger hervorging und so ein Debakel verhinderte. Auch dem Kapitän ist die Achterbahnfahrt ein Rätsel. «Das zieht sich durch die ganze Saison. Woran das liegt, weiß ich nicht. Aber diese Frage müssen wir uns stellen», sagte Neuer. Womöglich sorgen die ständigen Umstellungen im Team und die Transfergerüchte für zu große Unruhe. Neuer räumte ein, dass dies nicht leistungsfördernd sei. «Es gehört zu einer Saison auch dazu, dass es im Sommer eine Wechselperiode gibt und auch im Winter. Natürlich muss eine Mannschaft damit klar kommen. Aber wir haben es im Sommer nicht geschafft und auch jetzt haben wir unsere Probleme.» |