Magath räumt DFL-Auflagen ein - Finanzlage besser
Hamburg (dpa) - 19.01.2011, 15:04 Uhr
Schalkes Trainer Felix Magath muss Auflagen der DFL beachten.
Die finanzielle Lage beim Fußball- Bundesligisten FC Schalke 04 bleibt angespannt. Trainer und Vorstandsmitglied Felix Magath räumte ein, dass der Club bei Transfers Auflagen beachten muss. «Wir unterliegen finanziellen Auflagen der Deutschen Fußball Liga, nach denen wir nicht einfach so Spieler kaufen können», sagte der 57-Jährige in einem Interview des Magazins «Stern». Gleichwohl betonte er: «Der Club steht heute durch meine Arbeit finanziell deutlich besser da.» Laut «Stern» dürfe der Verein nur dann Millionen-Investitionen tätigen, wenn er die Kosten des Spieleretats durch Verkäufe reduziert. Magath gab zu, die Finanzmisere vor eineinhalb Jahren nicht klar angesprochen zu haben. «Ich habe bei meinem Amtsantritt zu wenig deutlich gemacht, wie ernst unsere Lage hier wirklich war. Und dass wir radikale Veränderungen brauchten. Ich habe still die finanzielle Gesamtsituation mitgetragen, obwohl sie weitaus ernster war als allgemein bekannt», sagte Magath.
Dass die Mitgliederversammlung ihm im Mai 2010 den Wunsch verwehrt habe, Transfers über 300 000 Euro ohne Zustimmung des Aufsichtsrats zu tätigen, bezeichnete Magath als «unverständlich». Seinerzeit hatte der Club für das Geschäftsjahr 2009 einen Verlust von 16,8 Millionen Euro ausgewiesen. Die Vereins-Verbindlichkeiten betrugen Ende 2009 rund 135 Millionen Euro, die Schulden des Gesamtkonzerns knapp 250 Millionen Euro. Seinen Vorgängern in der Vereinsspitze stellte Magath kein gutes Zeugnis aus: «In kaufmännischer Hinsicht wurde ja in den letzten Jahren auf Schalke nicht nur erfolgreich gearbeitet.» Allerdings gab Magath vor dieser Saison durch die Verpflichtung teurer Stars wie Klaas-Jan Huntelaar, Raúl und José Manuel Jurado viel Geld aus. Insgesamt investierte er rund 36 Millionen in neue Profis. Im Gegenzug gab Magath Spieler für etwa 18 Millionen Euro ab, reduzierte nach eigenem Bekunden die Gehaltskosten. «Was mich an der Kritik gestört hat, war die verdrehte Darstellung, ich hätte so viel Geld investiert, dass es jetzt unserem Verein an den Kragen geht.» |