Medien: HSV verhandelt mit Sammer - DFB dementiert
Hamburg (dpa) - 14.01.2011, 17:58 Uhr
Der HSV soll Gespräche mit DFB-Sportdirektor Matthias Sammer führen.
Die Gerüchte um eine Verpflichtung von Matthias Sammer als Sportdirektor des HSV haben zum Rückrundenauftakt richtig Fahrt aufgenommen. Das «Hamburger Abendblatt» und die «Bild»-Zeitung berichteten unisono, es habe erste konkrete Verhandlungen des Bundesligisten mit dem 43-Jährigen gegeben. DFB-Präsident Theo Zwanziger und HSV-Clubchef Bernd Hoffmann wiesen alle Spekulationen über einen sich anbahnenden spektakulären Job-Wechsel Sammers zurück. «Ich kann das nicht bestätigen. Wie ich Matthias kenne, würde er mich bei ernsthaften Gesprächen informieren», sagte Zwanziger der Zeitung «Die Welt». DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach verwies auf «eine klare Verabredung»: «Er wird sich bei uns melden, falls er Veränderungspläne hat. Dies ist eindeutig nicht der Fall, deshalb müssen wir auch nicht weiter darauf eingehen.» HSV-Chef Hoffmann erklärte dem Sender «NDR 90,3», nicht mit Sammer gesprochen zu haben.
Am Wochenende will sich Sammer, der telefonisch nicht zu erreichen war, am Rande der Bundesliga-Trainertagung in Frankfurt am Main mit Bundestrainer Joachim Löw treffen. «Ich habe das heute Morgen auch nur gelesen, mehr kann ich auch nicht sagen. Er hat ja einen längerfristigen Vertrag. Ich weiß nicht, ob Gespräche stattgefunden haben», sagte Löw der Nachrichtenagentur dpa. Thema zwischen den Führungskräften des DFB wird auch der Umgang mit der U-21-Auswahl und dessen Führung um Trainer Rainer Adrion sein. Der wichtige Posten des Sportchefs gilt beim HSV seit dem Abschied von Dietmar Beiersdorfer als nicht adäquat besetzt. Der ehemalige Innenverteidiger Bastian Reinhardt, der im Sommer nach der Absage von Urs Siegenthaler als Notlösung eingesetzt wurde, erscheint noch als zu unerfahren. Der Vorstandsvorsitzende Hoffmann, der seit Monaten reichlich Gegenwind im eigenen Verein zu spüren bekommt, hat signalisiert, dass er neben sich einen starken Vorstand mit Fußball- Sachverstand tolerieren würde. Zudem wäre er aus der Schusslinie und könnte auf eine Verlängerung seines zum Ende des Jahres auslaufenden Vertrages hoffen. Falls Sammer wieder ins Vereinsgeschäft wechseln will, dürfte er nicht gerade preiswert zu haben sein. Der Europameister von 1996 soll angeblich bis zu zwei Millionen Euro verdienen. Ob das angesichts der ohne Europacup eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten des HSV zu finanzieren wäre, müsste der zwölfköpfige Aufsichtsrat entscheiden. Schon bei dessen konstituierender Sitzung am Dienstag könnte das Thema auf den Tisch kommen. Für den Dortmunder Meistertrainer von 2002 spricht seine Kenntnis aller deutschen Nachwuchskräfte, die dem HSV zu Gute käme. Vorgänger Beiersdorfer legte zwar den Grundstein für effektive Nachwuchsarbeit, herausgekommen ist trotz vieler Umstrukturierungen bis heute nichts.
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