Neuer Chefcoach bei den Kraichgauern wird der bisherige zweite Co- Trainer Marco Pezzaiuoli, der einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014 erhält. «Wir wollen diesen Vertrag auch leben», sagte Manager Ernst Tanner. «Marco ist ein absoluter Fachmann», sagte Tanner über den neuen Chefcoach, den Rangnick im Sommer 2010 noch selbst vom Deutschen Fußball-Bund geholt hatte. Dort hatte Pezzaiuoli drei Jahre lang diverse Jugend-Nationalmannschaften betreut. Der 42-Jährige feierte beim Hallenturnier in Mannheim sein Debüt. Die Mannschaft war über die Entwicklungen nicht informiert. «Das kam überraschend», gestand Mittelfeldstratege Sejad Salihovic. Rangnick hielt bei seiner Verabschiedung noch einmal sprichwörtlich das Zepter in der Hand, das ihm im Streit mit Hopp über die Zukunft des Clubs aber immer mehr aus der Hand geglitten war. Locker und gelöst, fast schon ein wenig befreit trat der Schwabe zusammen mit den Hoffenheimer Verantwortlichen vor die Presse, um das Ende seiner Ära im Kraichgau zu erklären. Lange Zeit habe zwischen ihm und dem Club eine «Edelsymbiose» bestanden, sagte Rangnick. Doch in letzter Zeit war im einst beschaulichen Verein der Konflikt zwischen den beiden Protagonisten Hopp und Rangnick immer öfter ausgebrochen. Während Rangnick in die Europa League strebte und dafür weitere Investitionen forderte, sieht Hopp seine TSG als Ausbildungsverein, der sich über Transfererlöse auch selbst finanziert. Im vergangenen Sommer wurde deshalb bereits Carlos Eduardo für mehr als 20 Millionen Euro nach Russland verkauft. Aus dem gleichen Grund forcierte Hopp nun auch den sofortigen Transfer von Luiz Gustavo zum FC Bayern München, der laut Tanner «mehr als 15 Millionen Euro» in die Kassen spült. Zudem kommt der 18 Jahre alte Mittelfeldspieler Alaba auf Leihbasis bis zum Saisonende. Diese Richtungsentscheidung konnte Rangnick nicht mehr mittragen. «Der einzigartige Erfolg des Durchmarsches in die erste Liga ist und bleibt eng mit dem Namen von Ralf Rangnick verbunden», ließ Hopp aus Florida mitteilen. Es sei durchaus verständlich, dass Rangnick nun «Herausforderungen in anderen Dimensionen sucht und damit naturgemäß in Hoffenheim an Grenzen stößt». Die Trennung vom Trainer bedeute nicht, dass der Verein nun keine ambitionierten sportlichen Ziele mehr verfolge. «Diese müssen sich aber an unseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen orientieren», sagte der Software- Milliardär. Der Abschied vom langjährigen Erfolgscoach wurde schließlich durch die Art und Weise forciert, wie der Wechsel von Luis Gustavo zum FC Bayern München über die Bühne ging. Hinter Rangnicks Rücken verhandelte Hopp zusammen mit Manager Ernst Tanner und Gustavos Berater Roger Wittmann mit den Bayern über einen Transfer schon in der Winterpause. «Das war für mich das letzte Zeichen, dass es für mich hier nicht mehr weitergeht», sagte Rangnick. Nachdem sich der Verein im Sommer bereits von Manager Jan Schindelmeiser getrennt hatte, geht in Rangnick nun der zweite Hoffenheimer Baumeister.
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