140 Kilometer weiter südlich herrscht in Wolfsburg Depression: Der Meister von 2009 steht nur drei Punkte vor dem Relegationsplatz. Manager Dieter Hoeneß will aber trotz der Flaute an McClaren festhalten - nicht zuletzt, weil er ihn im Sommer beim Finanzier Volkswagen durchgesetzt hatte. Die Konzernbosse sind aber für ihre Ungeduld bekannt. Ihr Anspruch: Der VfL gehört in die Champions League. Hoeneß räumt jedoch ein: «Im Moment von der Europa League zu sprechen, wäre vermessen.» Wichtig für McClaren wäre aber sicher, die letzten Heimspiele 2010 gegen Hoffenheim (Liga) und Cottbus (DFB- Pokal) erfolgreich zu bestreiten. Anschließend soll in der Winterpause die Lage analysiert werden. Brandherde gibt es genug: Die «Wölfe» tun sich gegen bissige Konkurrenten schwer, Spielmacher Diego agiert wie ein Fremdkörper und auch die Diskussion um einen möglichen Abgang von Kapitän Edin Dzeko stört immer wieder den Betriebsfrieden. «Ihm fehlt ein bisschen die Leichtigkeit», sagt Hoeneß. Im Pokal ausgeschieden, im Europapokal raus und in der Bundesliga nur auf Rang zwölf: Auch die Bremer sind in Schieflage geraten. Dennoch sagt Clubchef Klaus Allofs: «Der Blick bleibt nach oben gerichtet. An unserem Ziel Europa League hat sich nichts verändert.» Werder bleibt also ruhig, lässt sich auf keine Diskussion über Trainer Thomas Schaaf ein. Mit dem Sieg gegen Inter Mailand gab es zum Abschluss der Champions League ein Hoffnungszeichen. Große Stücke hält Werder auf die vielen Verletzten um Naldo, der noch kein Saisonspiel absolviert hat. Nach der Winterpause sollen sie wieder einsatzfähig sein. Dann will Bremen eine Aufholjagd starten. Das eint den «Club der Sorgenkinder»: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
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