Angesichts dieser Rahmenbedingungen ist es für Cabras kaum verwunderlich, dass Fußball-Aktien so häufig erfolglos sind. In Italien war etwa die Aktie von Lazio Rom im April 2003 noch rund 50 Euro wert, es folgte ein Sturz auf gerade einmal 26 Cent, über die Ein-Euro-Marke hat sie es bis heute nicht wieder geschafft. Ein ähnliches Schicksal erlitten Papiere von Juventus Turin und auch die des als eher solide geltenden Clubs Ajax Amsterdam verloren deutlich. Als positive Ausnahme nennen Experten Manchester United. «Der Verein hat es geschafft, sich unabhängiger vom Sport zu machen», sagt Cabras. Dort sei nach dem Börsengang 1991 das Merchandising stark ausgebaut worden und damit auch die Marke Manchester United. Zeitweise notierte die ManU-Aktie bis zu 2000 Prozent über ihrem Ausgabekurs. Die Erfolgsstory endete 2005, als US-Milliardär Malcolm Glazer den Club aufkaufte und die «Reds» von der Börse verschwanden. Einen anderen Weg schlug BVB-Erzrivale Schalke ein. Der Verein brachte im August eine Fan-Anleihe auf den Markt, die Zeichnungsfrist läuft bis Jahresende. S04-Liebhaber können dem Verein Geld in einer Stückelung von 100, 500 oder 1904 Euro - angelehnt an das Jahr der Gründung - leihen. Bei einer Laufzeit von sechs Jahren beträgt die Verzinsung 5,5 Prozent pro Jahr. Schalke will so zehn Millionen Euro einnehmen. Cabras empfiehlt denjenigen, die in Fußball investieren wollen, den Umweg über Sportartikelhersteller. Wenn ein Unternehmen das Meistertrikot produziere, treibe das den Verkauf an. Als Anleger könne man dann indirekt vom Spiel mit dem runden Leder profitieren. Und selbst im BVB-Forum «Schwatz-Gelb» betrachtet man die Aktie der Borussia rein wirtschaftlich eher skeptisch. «Wer sein Geld in der Vergangenheit auf Fußballaktien gesetzt hat, hat fast immer verloren», schreibt ein User. Und ein anderer betont: «Die Aktie hat nur einen emotionalen Wert.»
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