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BVB auf Rekordjagd - Schalke hilflos, Werder siegt

Düsseldorf (dpa) - 28.11.2010, 19:28 Uhr

BVB-Torschütze Neven Subotic (r) rennt Richtung Fans, Gratulant Mats Hummels folgt ihm.
BVB-Torschütze Neven Subotic (r) rennt Richtung Fans, Gratulant Mats Hummels folgt ihm.

Der FC Schalke blamiert sich in Kaiserslautern, Mainz 05 überwindet endgültig die Mini-Krise und Bayern München steht erstmals auf einem Europa-League-Platz. Doch was auch immer die anderen Vereine anstellen - Borussia Dortmund bleibt einsamer Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga.

Durch das 4:1 gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach hat der BVB 37 Punkte nach 14 Spieltagen. Damit hat der BVB den Bundesliga-Rekord seit Einführung der Drei-Punkte-Regel eingestellt, zur Herbstmeisterschaft fehlt nur noch ein Sieg. «Wir spielen eine einzigartige Saison», sagte Manager Michael Zorc. Auch der überraschende Rückstand nach einem schönen Treffer von Marco Reus brachte die Borussen am Samstag nicht aus dem Konzept. Vom Titel redet trotzdem noch immer niemand beim BVB, aber zumindest die Herbstmeisterschaft ist jetzt das erklärte Ziel. «Das fühlt sich geil an. Jetzt wollen wir die nächsten drei Spiele und die Herbstmeisterschaft gewinnen», sagte Torschütze Kevin Großkreutz.

Der SV Werder Bremen feierte nach vier sieglosen Spielen in Serie und dem Ausscheiden aus dem internationalen Geschäft wieder ein Erfolgserlebnis. Ein Dreierpack von Hugo Almeida (1./20./64.) bescherte den Bremern einen 3:0 (2:0)-Erfolg gegen den FC St.Pauli. Anschließend erhielt der Portugiese wegen einer Unsportlichkeit ebenso die Rote Karte wie St. Paulis Markus Thorandt. Im zweiten Sonntagspiel verspielte der 1. FC Köln beim 1:1 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg den Sieg. Cicero glich die Kölner Führung von Milivoje Novakovic (51.) in der 81. Minute aus.

Beim FC Schalke 04 herrscht nach dem 0:5-Debakel in Kaiserslautern dicke Luft: «Dieses Ergebnis schreit nach Konsequenzen», sagte Trainer Felix Magath. Stinksauer schimpfte er über die Einstellung seiner Profis, die nach dem Auftritt in der Champions League noch so gelobt worden waren. Torwart Manuel Neuer dachte sogar an einen möglichen Abstieg: «Wenn man nur Fußball spielen will und nicht kämpft, ist man auf dem falschen Weg. Wenn wir jedes Spiel so spielen, steigen wir auf jeden Fall ab.»

Bei Bayern München, dem nächsten Schalker Gegner, ist die Stimmung vor der Jahreshauptversammlung am Dienstag dagegen gut. An den 14 Punkten Rückstand auf Dortmund änderte das 4:1 gegen Eintracht Frankfurt zwar nichts, die Elf von Louis van Gaal kletterte aber immerhin auf Rang fünf der Tabelle. «Es war das beste Spiel in der Bundesliga unter meiner Leitung», sagte der Niederländer. Anatoli Timoschtschuk traf doppelt und machte sein bestes Spiel im Bayern- Trikot. Allein der Auftritt von Daniel van Buyten trübte das Bild. «Die Fehler, die sich von Daniel erlaubt worden sind, sind auf diesem Niveau nicht möglich», kritisierte Karl-Heinz Rummenigge.


Nur noch drei Punkte vor München steht Leverkusen. In der 94. Minute vermasselte der Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson der Werkself per Elfmeter zum 2:2 den Auswärtssieg. «Wir haben nach dem 2:0 nicht mehr weitergespielt», ärgerte sich Bayer-Sportdirektor Rudi Völler. Ähnlich sauer war Frank Rost nach dem 4:2-Sieg des Hamburger SV gegen den VfB Stuttgart. «Eine Klasse-Mannschaft? Der Tabellenplatz lügt nicht», schimpfte Rost nach seiner Rückkehr ins Tor trotz des Sprungs auf Platz sieben. Der VfB zementierte nicht nur seinen Platz im Tabellen-Keller, sondern muss in den kommenden Spielen zudem auf Ciprian Marica verzichten. Der Rumäne sah wegen Schiedsrichter- Beleidigung die Rote Karte.

In Mainz ist die kleine Krise endgültig überwunden, nach dem 3:0 gegen den 1. FC Nürnberg sangen die Fans von der Europa League. Dem Anhang gestattete Trainer Thomas Tuchel das Träumen, von sich und seiner Mannschaft forderte er aber bereits volle Konzentration auf das Derby bei Eintracht Frankfurt am Samstag. «Da bekommen wir nichts geschenkt. Wir wollen bestehen und Punkte holen.» André Schürrle, Nikolce Noveski und Sami Allagui machten den Sieg für Mainz perfekt.

Die Teilnahme am internationalen Geschäft ist auch in Hannover nicht mehr unrealistisch. Beim 3:0 des Tabellen-Vierten gegen den SC Freiburg war der von Trainer Mirko Slomka schon fast aussortierte Jan Schlaudraff der gefeierte Mann. Ein Tor schoss er selbst, den Treffer von Didier Ya Konan bereitete Schlaudraff mustergültig vor. Eine Trennung im Winter ist nun kein Thema mehr. «Wir haben ihn nicht weggelobt, wir haben ihn motiviert. Jan hat eine tolle Entwicklung genommen. Die Attribute, die er schon immer hatte, ruft er nun endlich ab», sagte 96-Clubchef Martin Kind.

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