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Köln und Gladbach hoffen auf Sieg im Krisengipfel

Köln (dpa) - 11.11.2010, 14:36 Uhr

Michael Frontzeck will mit Gladbach im Kellerderby in Köln den Befreiungsschlag schaffen.
Michael Frontzeck will mit Gladbach im Kellerderby in Köln den Befreiungsschlag schaffen.

Reizvoll, brisant, richtungsweisend: Für die Kellerkinder 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach geht es im Derby am Samstag fast schon um alles.

Das Duell der bisher schlechtesten Bundesliga-Mannschaften könnte für beide Clubs die Initialzündung bringen, um eine Aufholjagd zu starten. Wer verliert, bleibt im Keller stecken. «In so einem Spiel sind gute Nerven gefragt. Als gebürtiger Gladbacher weiß man, dass das Spiel für beide Clubs etwas besonderes ist», sagte Borussen-Coach Michael Frontzeck.

Beim Tabellenletzten Gladbach zweifelt niemand an Frontzeck und die Verantwortlichen werden nicht müde, ihr Vertrauen zu bekunden. Davon kann Frank Schaefer in Köln jedoch nur träumen: Wie lange er beim FC auf der Bank sitzen darf, wissen Präsident Wolfgang Overath und Manager Michael Meier wohl selbst nicht. Eine Niederlage im brisanten Rhein-Derby, und die Mitgliederversammlung am 17. November wird für beide wohl zum Spießroutenlauf.

Kölns Trainer Schaefer zieht aus dem Tabellenstand zusätzliche Motivation. «Mein erstes Derby ist direkt ein besonderes aufgrund dieser Brisanz», sagte er dem «Kicker». Er sprach von einer «heißen Konstellation». Es stehe viel auf dem Spiel und könne nur ein Ziel geben: «Einen Sieg».

Die Profis aus Mönchengladbach hoffen, dass das 3:3 gegen Rekordmeister Bayern München neuen Mut bringt: «Wir müssen aus der zweiten Hälfte gegen die Bayern viel mitnehmen und mit Selbstvertrauen auftreten», forderte Abwehrspieler Tobias Levels. «Auf beiden Seiten herrscht aufgrund der sportlichen Situation natürlich keine allzu gute Laune», sagte Gladbach-Stürmer Marco Reus. «Vor der Saison hätte wohl niemand gedacht, dass in dieser Partie der 17. auf den 18. trifft, aber momentan ist das eben so.»


Erst einen Sieg holte die Borussia in dieser Saison, seit dem 6:3 in Leverkusen am zweiten Spieltag ist der Tabellenletzte ohne «Dreier». Aber: Gegen keinen Verein in der Bundesliga gewann Gladbach häufiger als gegen Köln. «Wichtig ist, dass wir unsere Nerven im Griff haben und unseren Plan durchziehen», sagte Frontzeck.

Dem Vertrauen der Verantwortlichen zu Trainer Michael Frontzeck hat die Serie von neun sieglosen Partien indes nicht geschadet. «Das Spiel in Köln ist kein Schicksalsspiel für irgendeinen im Verein», sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. «Auch bei einer Niederlage stellt sich die Trainerfrage nicht. Wir stehen zu 100 Prozent zu unserem Plan.»

Gegen den Rivalen soll nun der Befreiungsschlag her. Frontzeck kann dafür wieder auf Verteidiger Roel Brouwers und Thorben Marx setzen, zudem rückt Vier-Millionen-Mann Igor de Camargo in die Startelf. Für Dante kommt das Spiel zu früh, Sebastian Schachten fehlt wegen einer Bänderdehnung.

Für die Kölner Polizei spielt die sportliche Situation beider Clubs dagegen keine Rolle. «Das Einsatzkonzept unterscheidet sich nicht wesentlich vom letzten Heimspiel gegen Gladbach», sagte ein Polizeisprecher. 63 Kölner Fans und 37 Anhänger aus Mönchengladbach seien auf ein Bereichsbetretungsverbot hingewiesen worden. Entdeckt die Polizei einen der Angeschriebenen im Umfeld des Stadions, am Hauptbahnhof oder dem Bahnhof in Ehrenfeld, wird eine Strafe von 500 Euro fällig.

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