Bayer greift an: Titel kein Tabu-Thema mehr
Leverkusen (dpa) - 11.11.2010, 12:33 Uhr
Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser hat das Ziel Champions League vorgegeben.
Bayer 04 Leverkusen kommt aus der Deckung. Der Traum vom deutschen Meistertitel ist kein Tabu-Thema mehr beim Werksverein. «Wir wollen mindestens auf Platz drei und in die Champions League oder auch ein oder zwei Plätze weiter vorne landen», erklärte Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer des Tabellendritten der Fußball-Bundesliga, vor Medienvertretern. Er kündigte zugleich Konsequenzen an, wenn Bayer erneut nicht in Europas Premium-Wettbewerb einziehen sollte. «Wir haben jetzt drei Jahre über die Maße in die Mannschaft investiert, und damit sind auch entsprechend hohe, aber realistische Erwartungen verbunden», sagte Holzhäuser. «Auch jetzt ist der Kader breit aufgestellt, so dass wir am Ende der Saison sicher eine Zäsur vornehmen müssen, wenn das Ziel Champions League wieder nicht erreicht werden sollte.»
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Im Falle des Misserfolgs müsse man «dem Aufwand den Ertrag gegenüberstellen» und überlegen, «ob man die Mannschaft so zusammenhalten» könne, meinte Holzhäuser. Bayer hatte zuletzt 2004/2005 den Einzug in die «Königsklasse» geschafft und steht aktuell in der Europa League vor dem Weiterkommen in die K.o.-Runde. Eine radikale Abkehr vom Anspruch, in der Liga zu den Topclubs zu gehören, soll es nicht geben. Schließlich hat Leverkusen für die kommende Saison den Mainzer André Schürrle, eines der größten Fußball-Talente, für rund zehn Millionen Euro verpflichtet. Der Bayer-Chef fand aber nicht nur deutliche Worte zur eigenen sportlichen Lage, sondern attackierte mit Schärfe erneut den Vorstoß des Dortmunder Geschäftsführers Hans-Joachim Watzke zum angeblichen finanziellen Ungleichgewicht zwischen Traditions- und Konzernclubs. «Es geht um eine Neiddebatte, dass scheint mir eine Kampagne zu sein, um mehr vom Fernseh-Kuchen zu erhalten», schimpfte Holzhäuser. |