Schalke erinnert an 97er-Triumph – Ajax ein «geiles Los»

Der spektakuläre Einzug ins Viertelfinale der Europa-League euphorisiert Schalke. Den nächsten Gegner Ajax Amsterdam nennt Kapitän Höwedes ein «geiles Los». Es reifen Träume von einem Triumph wie 1997.

Schalke erinnert an 97er-Triumph - Ajax ein «geiles Los»
Die Schalker treffen nun auf Ajax Amsterdam. Foto: Marius Becker

Mönchengladbach (dpa) – Markus Weinzierl legte nach der hoch emotionalen Fußball-Nacht in Mönchengladbach seine typische Zurückhaltung endgültig ab. Nach dem Abpfiff raste der 42 Jahre alte Trainer auf den Rasen und herzte jeden Schalker, der ihm in die Arme lief.

Und während die Fans der Königsblauen auf der Tribüne im Borussia-Park die Europa-Cup-Hymne («Wir schlugen Roda …») immer wieder anstimmten, verbreitete die Mannschaft bereits die ersten Jubel-Fotos aus der Kabine in den sozialen Medien.

«Es war ein super Fußball-Abend. Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft, weil sie große Moral bewiesen hat. Da sind viele Mannschaften tot, wenn sie hier 0:2 zurückliegen», lobte Weinzierl, der nun auf eine erfolgreiche Fortsetzung in den Viertelfinalspielen am 13. und 20. April hofft. Unmöglich ist das nicht, denn der Gegner in der Runde der letzten Acht ist Ajax Amsterdam. Wie die Auslosung am Freitag in Nyon ergab, hat Schalke gegen den Rekordmeister aus dem Nachbarland im Rückspiel Heimrecht. In den weiteren Viertelfinalpartien muss Manchester United zum RSC Anderlecht, Celta Vigo empfängt den KRC Genk und Olympique Lyon trifft auf Besiktas Istanbul.

«Das ist ein gutes Los, ein großer Name und eine gute Mannschaft», fasste Weinzierl zusammen. Die Reaktion von Benedikt Höwedes viel euphorischer aus. «Das ist ein geiles Los. Ajax ist ein sportlich reizvoller Gegner, zudem ist die Anreise einfach zu bewältigen. Das ist sehr gut für unsere Fans», sagte der Kapitän. «Ich bin mir sicher, dass uns sehr viele Schalker nach Amsterdam begleiten und auch auswärts wieder für eine Heimspiel-Atmosphäre sorgen werden.» Stürmer Guido Burgstaller ist gar «überzeugt davon, dass wir in beiden Spielen bestehen können und dann eine Runde weiterkommen». Und Jungstar Thilo Kehrer betonte: «Unser Ziel ist ganz klar der Einzug ins Halbfinale, um unseren Traum am Leben zu erhalten.»

Der überragende Nationalspieler Leon Goretzka, der seine Elf mit dem kuriosen 1:2-Anschlusstreffer in der 54. Minute (der Ball sprang unglücklich vor Borussen-Torwart Yann Sommer auf) wieder ins Spiel gebracht hatte, will in der Europa League weiter für Furore sorgen. Den entscheidenden Ausgleich in Gladbach erzielte Nabil Bentaleb (68.) mit einem umstrittenen Elfmeter, nachdem Mahmoud Dahoud der Ball im Strafraum an den Oberarm geköpft worden war.

Einer der Kabinen-Schnappschüsse zeigte, wie die Spieler stolz und fröhlich einen Schal in die Höhe recken, den sie kurz zuvor von einem Fan geschenkt bekommen hatten. «Eurofighter – UEFA-Cup-Sieger’97», stand darauf. Und tatsächlich erinnert spätestens mit dem schwer erkämpften 2:2 im Achtelfinal-Rückspiel (1:1 im Hinspiel) beim Bundesliga-Rivalen am Donnerstag vieles an die wundersame Reise durch Europa vor 20 Jahren, die mit dem geschichtsträchtigen Titelgewinn am 21. Mai 1997 im Mailänder San-Siro-Stadion endete.

Am 21. Mai feiert Schalke sein Jubiläum mit einem Spiel der seinerzeit von Schalkes Jahrhunderttrainer Huub Stevens zum größten Vereinserfolg geführten «Eurofighter» gegen eine internationale Auswahl der damaligen Gegner. Und es würde das Glück perfekt machen, wenn die Nachfolgegeneration drei Tage später in Solna (Stockholm) das Europa-League-Finale bestreiten würde und die Chance auf ein Déjà-vu hätte. Als Sieger wäre die Weinzierl-Elf sogar noch für die Champions League in der kommenden Spielzeit qualifiziert, was wiederum Finanzvorstand Peter Peters sehr freuen würde.

Es gibt weitere Parallelen: Seinerzeit lief es in der Bundesliga wie in dieser Saison für die Revierelf auch nicht berauschend, und keiner traute dem Team internationalen Siege zu. Schalke schloss die Meisterschaft damals nur auf dem 12. Platz ab. Derzeit stehen die Knappen auf Rang elf und haben nur geringe Chancen, sich über die Bundesliga erneut für Europa zu qualifizieren.

Die Liga rückt nun wieder mit der Rückkehr von Sportvorstand Christian Heidel zum FSV Mainz 05 am Sonntag (15.30 Uhr) in den Fokus. «Das ist wieder ein wichtiges Spiel. Aber dieser Sieg gibt uns Auftrieb und weiteres Selbstbewusstsein für die kommenden Wochen. So wollen wir weitermachen», sagte Weinzierl: «Wir müssen in der Liga unbedingt punkten, um im April die Europa League weiter genießen zu können.»

Schalke schafft Wende – Weinzierl erinnerte an Barcelona

Schalke hat sich im deutschen Europa-League-Duell durchgesetzt, hatte beim 2:2 in Mönchengladbach aber auch das Glück auf seiner Seite.

Schalke schafft Wende - Weinzierl erinnerte an Barcelona
Schalkes Trainer Markus Weinzierl springt beim Abpfiff in die Luft. Foto: Rolf Vennenbernd

Mönchengladbach (dpa) – Die Spieler tanzten im Kreis, der Trainer rannte wie aufgedreht über den Rasen und die Fans feierten ihre «Eurofighter».

Der FC Schalke 04 drehte ein schon verloren geglaubtes Spiel noch und erreichte zum ersten Mal nach fünf Jahren das Viertelfinale in der Europa League. «Wir haben immer an uns geglaubt und nicht aufgegeben. Der Glaube versetzt Berge», sagte Kapitän Benedikt Höwedes nach dem 2:2 (0:2) im Achtelfinal-Rückspiel bei Borussia Mönchengladbach. Nach dem 1:1 im Hinspiel reichte der Revierelf das Remis wegen der höheren Anzahl der Auswärtstore.

Zuvor hatte Trainer Markus Weinzierl seinem Team, das nach den Treffern von Andreas Christensen (26.) und Mahmoud Dahoud (45.+2) bereits mit 0:2 zur Halbzeit hinten lag, Mut zugesprochen und an den FC Barcelona erinnert. Die Katalanen hatten nach einer 0:4-Hinspielniederlage gegen Paris noch ein 6:1 zum Weiterkommen geschafft. «Warum sollen wir das nicht auch können», fragte der Coach seine Spieler.

Dabei halfen den Gästen auch das Glück und Schiedsrichter Mark Clattenburg. Erst traf Leon Goretzka dank des holprigen Rasens zum 1:2, dann pfiff der Unparteiische aus England einen sehr zweifelhaften Handelfmeter, den Dahoud verursacht hatte. Nabil Bentaleb gelang der Ausgleich – und Gladbach konnte trotz aller Bemühungen den Siegtreffer nicht mehr erzielen.

«Das ist einer der bittersten Momente meiner Karriere», meinte Borussias Flügelspieler Patrick Herrmann nach der Partie. «Ein Platzfehler und ein Elfmeter, der keiner war – das ist hart so auszuscheiden.» Zudem setzte sich das Verletzungspech im Team fort. Kapitän Lars Stindl und Thorgan Hazard fehlten ohnehin schon. In der Partie verletzten sich dann noch Fabian Johnson und Christoph Kramer. Ihr Einsatz im Spiel gegen den FC Bayern München am Sonntag ist wahrscheinlich nicht möglich.

Schalke mit 2:2 ins Viertelfinale der Europa League

Es ging so gut los für Gladbach, doch am Ende feierte Schalke ein fulminantes Comeback. Der Revier-Club gab nach dem 0:2-Halbzeitrückstand nicht auf, glich aus und steht nun im Viertelfinale. Ein Platzfehler und ein Strafstoß halfen dabei.

Schalke mit 2:2 ins Viertelfinale der Europa LeagueSchalke mit 2:2 ins Viertelfinale der Europa LeagueSchalke mit 2:2 ins Viertelfinale der Europa LeagueSchalke mit 2:2 ins Viertelfinale der Europa LeagueSchalke mit 2:2 ins Viertelfinale der Europa LeagueSchalke mit 2:2 ins Viertelfinale der Europa League
Schalke feiert. Der Einzug ins Viertelfinale ist geglückt. Foto: Marius Becker
Mönchengladbachs Andreas Christensen (l) bejubelt sein Tor zum 1:0. Foto: Rolf Vennenbernd
Mönchengladbachs Mahmoud Dahoud (8) trifft zum 2:0. Foto: Rolf Vennenbernd
Schalkes Leon Goretzka (l) bejubelt sein Tor zum 1:2 mit Benedikt Höwedes. Foto: Rolf Vennenbernd
Schalkes Nabil Bentaleb trifft per Strafstoß zum 2:2. Foto: Marius Becker
Der verwandelte Elfer von Nabil Bentaleb (l) brachte Schalke den Ausgleich zum 2:2 und damit die Entscheidung. Foto: Marius Becker

Mönchengladbach (dpa) – Nabil Bentaleb hat dem FC Schalke 04 nach fünf Jahren wieder den Einzug in ein europäisches Viertelfinale beschert.

Mit seinem Treffer durch einen umstrittenen Elfmeter in der 68. Minute zum 2:2 (0:2) im Achtelfinal-Rückspiel des deutschen Aufeinandertreffens in der Fußball-Europa-League bei Borussia Mönchengladbach sicherte der Mittelfeldspieler seinem Team nach einem 0:2-Rückstand noch den Einzug in die Runde der letzten Acht. Dort standen die Schalker zuletzt 2012. Das Hinspiel eine Woche zuvor endete 1:1.

Vor 46 283 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park erzielte Leon Goretzka (54.) zuvor den Anschlusstreffer. Die Gladbacher, die noch im DFB-Pokal-Halbfinale stehen, waren durch Andreas Christensen (26.) und Mahmoud Dahoud (45.+2) zur 2:0-Führung gekommen. «Wir haben ein Riesenziel heute erreicht», sagte Schalke-Coach Markus Weinzierl. «Da kann ich nur der Mannschaft und den einzelnen Spielern ein Riesenkompliment machen.» Leon Goretzka meinte: «Nach dem 2:0-Rückstand nochmal zurückzukommen war großartig.»

Der Blick der Schalker Fans richtet sich nun am Freitag nach Nyon. Dort wird um 13.00 Uhr die Runde der letzten acht Teams ausgelost. Die Viertelfinalspiele finden am 13. und 20. April statt. «Wir blicken absolut positiv in die nächste Runde», meinte Höwedes. «Ich bin mal gespannt, wen wir jetzt als Gegner empfangen dürfen.»

Im dritten Aufeinandertreffen von Gladbach und Schalke in 13 Tagen begannen beide Mannschaften verhalten. Nach dem Remis im Hinspiel in der vergangenen Woche mussten weder die Borussia, deren bester Torschütze Lars Stindl verletzt ausfiel, noch der Gast aus dem Ruhrgebiet direkt in die Offensive gehen.

Die Elf vom Niederrhein hatte zunächst mehr Ballbesitz, doch Schalke die erste Torchance: Ein Kopfball von Guido Burgstaller flog knapp am Tor von Yann Sommer vorbei (11. Minute). Dann waren die Gladbacher dran, bei denen Trainer Dieter Hecking bereits nach einer guten Viertelstunde den verletzten Fabian Johnson auswechseln musste und durch Jonas Hofmann ersetzte. Josip Drmic hatte freistehend aus kurzer Entfernung die große Chance zum 1:0, doch der Stürmer zielte nicht genau genug.

Mitte des ersten Durchgangs nahm die Partie Fahrt auf. Es entwickelte sich ein toller Europapokal-Fight. Burgstaller für Schalke (20.) und Raffael aus der Distanz für die Fohlen hatten weitere Möglichkeiten, ehe Christensen die Gastgeber in Führung brachte. Dabei profitierte der Däne jedoch von der unfreiwilligen Mithilfe des Knappen-Kapitäns Benedikt Höwedes, der Christensens Schuss im Anschluss an einen Gladbacher Freistoß unhaltbar für Gästetorwart Ralf Fährmann abfälschte.

Schalke war durch den frühen Rückstand keinesfalls geschockt. Nach einer halben Stunde hatte Leon Goretzka den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte jedoch an Sommer. Effizienter waren die Gladbacher: Fast mit dem Pausenpfiff erhöhte Mahmoud Dahoud mit einem fulminanten Fernschuss auf 2:0. Es war das erste Europapokaltor des Youngsters.

Schalke kämpfte auch zu Beginn des zweiten Durchgangs weiter und kam zum Anschluss. Goretzkas Schuss aus der Distanz sprang auf dem neu verlegten Rasen ungewöhnlich auf und flog über Sommers Arme hinweg ins Netz. «Da muss man auch mal das Glück haben, dass der Ball dann reinhüpft», sagte der Torschütze. Sommer sah das natürlich anders: «Das ist Pech», meinte er.

Die Aufholjagd der Schalker im zweiten Durchgang erklärte Goretzka so: «Wir haben versucht, früh ein Tor zu machen. Das ist uns zum Glück gelungen und dann haben wir uns in einen Rausch gespielt.»

Gut 20 Minuten vor dem Ende sah der englische Schiedsrichter Mark Clattenburg ein Handspiel von Dahoud im Strafraum und entschied auf Elfmeter. Bentaleb verwandelte sicher. «Wahrscheinlich war es kein Elfer», sagte Höwedes zur umstrittenen Szene. Die Gladbacher kamen anschließend nicht mehr richtig in Schwung und Schalke rettete das 2:2 über die Zeit.

Manchester United im Europa-League-Viertelfinale

Ein knappes 1:0 gegen Rostow reicht Manchester United zum Sprung ins Europa-League-Viertelfinale. Der AS Rom dagegen erlebt einen bitteren K.o., Ajax Amsterdam dreht eine Niederlage aus dem Hinspiel.

Manchester United im Europa-League-ViertelfinaleManchester United im Europa-League-ViertelfinaleManchester United im Europa-League-ViertelfinaleManchester United im Europa-League-ViertelfinaleManchester United im Europa-League-Viertelfinale
Man Uniteds Juan Mata (8) hat den Treffer zum 1:0 erzielt. Neben ihm liegt Rostows Torwart Medwedew am Boden. Foto: Martin Rickett
Lyons Torschütze Mouctar Diakhaby jubelt nach seinem Treffer gegen den AS Rom. Foto: Angelo Carconi
Torschütze Ryan Babel (M) von Besiktas Istanbul feiert seinen Treffer. Foto: Lefteris Pitarakis
John Guidetti (r) von Celta Vigo kämpft mit Krasnodars Naldo um den Ball. Foto: Ivan Sekretarev
Timothy Castagne vom KRC Genk (r) kommt vor Samuel Kalu vom KAA Gent an den Ball. Foto: Yorick Jansens

Manchester (dpa) – Manchester United hat dank eines knappen Erfolgs gegen FK Rostow den Sprung ins Viertelfinale der Europa League geschafft. Der Premier-League-Sechste besiegte den russischen Club im Rückspiel mit 1:0 (0:0).

Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger scheiterte dagegen mit AS Rom trotz eines 2:1 (1:1)-Heimsiegs an Olympique Lyon. Ebenfalls im Viertelfinale stehen der türkische Meister Besiktas Istanbul, Ajax Amsterdam, Celta Vigo und die belgischen Clubs RSC Anderlecht und KRC Genk.

United war gegen Rostow klar die bessere Mannschaft, nutzte jedoch seine zahlreichen Chancen zunächst nicht. Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic traf zweimal den Pfosten, bis Juan Mata aus kurzer Distanz der erlösende Führungstreffer gelang (70.). Weltmeister Bastian Schweinsteiger stand erneut nicht im Kader, Mittelfeldspieler Paul Pogba wurde kurz nach der Pause verletzt ausgewechselt.

Dem italienischen Club AS Rom reichte der 2:1-Heimsieg gegen Lyon wegen der 2:4-Niederlage aus dem Hinspiel nicht zum Weiterkommen. Die Franzosen zogen auch dank des frühen Treffer von Mouctar Diakhaby (16.) in die nächste Runde ein, für die Roma trafen der Niederländer Kevin Strootman (17.) und Lyons Lucas Tousart (60.) per Eigentor.

Ajax Amsterdam drehte gegen den FC Kopenhagen das 1:2 aus dem Rückspiel und schaffte es dank eines 2:0-Heimsiegs in die nächste Runde. RSC Anderlecht reichte nach dem 1:0 im Hinspiel ein weiteres knappes 1:0 gegen APOEL Nikosia zum Weiterkommen.

Besiktas gewann ohne den früheren deutschen Fußball-Nationalspieler Andreas Beck zu Hause mit 4:1 (2:1) gegen den griechischen Club Olympiakos Piräus, obwohl die Türken mehr als eine Halbzeit lang in Unterzahl spielten. Dem Niederländer Ryan Babel gelang ein Doppelpack (22./75. Minute). Im Hinspiel hatten sich die Clubs 1:1 getrennt.

Der Elfte der Primera División Vigo feierte beim russischen Club FK Krasnodar einen 2:0 (0:0)-Auswärtssieg. Bereits das Hinspiel hatten die Spanier mit 2:1 für sich entschieden. Im belgischen Duell trennten sich KRC Genk und KAA Gent mit einem 1:1 (1:0). Nach dem 5:2-Erfolg im Hinspiel zog der Achte der belgischen Jupiler League, Genk, damit souverän in die Runde der besten Acht ein.

Gladbach gegen Schalke Quoten und Aufstellung – Europa League Rückspiel

Borussia Mönchengladbach vs. FC Schalke 04 lautet das rein deutsche Rückspiel im Achtelfinale der Europa League. Die Quoten zu Gladbach gegen Schalke sehen die Hausherren gegenüber den Knappen leicht im Vorteil. Nach dem Remis im Hinspiel haben die Fohlen die besseren Karten, wovon sich die Schalker aber nicht beeinflussen lassen.

Obwohl die Liga unter der Woche ruht, bekommen wir am Donnerstag wieder ein rein deutsches Duell geboten, denn im Achtelfinale der Europa League kommt es zum Rückspiel zwischen den Gladbachern und den Schalkern. Das Hinspiel in der Veltins Arena endete mit einem 1:1, was wohl in erster Linie den Fohlen weiterhilft. Schon mit einem torlosen 0:0 wäre die Elf von Trainer Dieter Hecking in der nächsten Runde, doch gegen die Schalker darauf zu hoffen, dass keine Treffer fallen, wäre wohl etwas riskant. Die Generalprobe am Wochenende ging dabei auch noch in die Hose, denn in der Liga musste man sich den Hamburgern mit 1:2 geschlagen geben, auch wenn Hecking offensichtlich den einen oder anderen Kicker geschont hat. Gegen Schalke will man sich nun unbedingt für das Viertelfinale qualifizieren, und die Form der letzten Wochen spricht eine klare Sprache. Vor der Niederlage gegen Hamburg waren die Hausherren die beste Truppe der Rückserie. Die Schalker hingegen kamen einfach nicht mehr wirklich in Fahrt, konnten dann am Wochenende mit dem 3:0 über Augsburg aber mal wieder ein offensives Ausrufezeichen setzen. Mit einem Sieg in Gladbach würde man nicht nur in der Euro League weiterkommen, sondern könnte sich auch für die Niederlage in der Liga am 23. Spieltag (2:4) revanchieren. In dieser Saison wird es für die Königsblauen schwer, in der Liga noch das internationale Geschäft zu erreichen. Umso wichtiger wäre es für Weinzierl und Co. in der Europa League möglichst weit zu kommen. Die Buchmacher gehen allerdings für diese Partie eher von einem Erfolg der Gladbacher aus.

Vorschau zur Aufstellung Gladbach – Schalke

Die Schalker hoffen, dass die Abwehr rund um Keeper Fährmann, Höwedes, Badstuber und Nastasic dieses Mal die 0 halten kann. Schöpf, Stambouli, Kolasinac, Goretzka und Bentaleb bilden ein sehr breites Mittelfeld, während die Offensive aus Burgstaller und Caligiuri bestehen wird. Bei den Gladbachern wird Sommer den Kasten hüten. Davor bilden Jantschke, Christensen, Vestergaard und Wendt die defensive Viererkette. Kramer und Dahoud ziehen die Fäden im zentralen Mittelfeld, während die Offensive von Herrmann, Hofmann, Raffael und Stindl bedient wird.

Voraussichtliche Startelf Borussia Mönchengladbach – FC Schalke 04

Borussia Mönchengladbach (Trainer: Hecking):
Sommer – Jantschke, A. Christensen, Vestergaard, Wendt – Kramer, Dahoud – Herrmann, Hofmann – Raffael, Stindl

FC Schalke 04 (Trainer: Weinzierl):
Fährmann – Höwedes, Badstuber, Nastasic – Schöpf, Stambouli, Kolasinac – Goretzka, Bentaleb – G. Burgstaller, D. Caligiuri

Anstoß am 16.03.17 um 21:05 Uhr (Borussia-Park, Mönchengladbach)

Quoten Borussia Mönchengladbach vs. FC Schalke 04

Die Buchmacher gehen mit einer Quote von 2.15 davon aus, dass die Gladbacher das Spiel gewinnen werden. Die Schalker sind mit einer Siegquote von ca. 3.40 aber kein klarer Underdog. Ein Remis wird derweil mit einer Wettquote von ebenso 3.40 gelistet. Die genauen Tippquoten zu Gladbach gegen Schalke gibt es nun im Anschluss.

Quotenvergleich Gladbach – Schalke:

Anbieter Sieg Gladbach Remis Sieg Schalke Bonus
tipico 2,15 3,40 3,40 100 EUR
bet365 2,15 3,50 3,60 100 EUR

Hinweis zu Gebühren:

Bei bet365 fallen 5% Gebühr (Wettsteuer) vom Wettgewinn für Kunden aus Deutschland an. Tipico berechnet hingegen gar keine Gebühren und gibt die Quoten von oben 1:1 an seine Kunden weiter.

Europa League: 50:50-Spiel zwischen Gladbach und Schalke

Die Westclubs Mönchengladbach und Schalke kämpfen in der Europa League um den Einzug ins Viertelfinale. Ein Favorit ist nach dem 1:1 im Hinspiel nicht auszumachen. Beide Trainer erwarten ein intensives und enges Match.

Europa League: 50:50-Spiel zwischen Gladbach und Schalke
Beim Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Schalke 04 gibt es keinen klaren Favoriten. Die Gladbacher hoffen noch auf einen Einsatz von Kapitän Lars Stindl (r). Foto: Ina Fassbender

Mönchengladbach (dpa) – Dieter Hecking rechnet mit einer «engen Kiste», Markus Weinzierl erwartet ein «spannendes und intensives Spiel».

Im finalen Kampf um den Einzug ins Viertelfinale der Europa League zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Schalke 04 ist kein klarer Favorit auszumachen. Das 1:1 im Hinspiel in Gelsenkirchen lässt alle Optionen offen. Auch 120 Minuten plus Elfmeterschießen sind gut möglich.

«Beide Teams werden alles dafür tun, die nächste Runde zu erreichen», sagte Borussia-Coach Hecking vor dem Rückspiel am Donnerstagabend (21.05 Uhr) im Borussia-Park. «Das Hinspiel war knapp, und ich erwarte wieder eine enge Kiste. Wir haben den Heimvorteil – und den möchten wir ausspielen.» Hecking kann vor eigenem Publikum wieder mit Raffael (nach grippalem Infekt) planen, der wie Lars Stindl beim 1:2 am Sonntag in Hamburg fehlte. Bei Kapitän Stindl, der am Mittwoch eine individuelle Krafteinheit absolvierte, entscheidet sich der Einsatz erst kurz vor dem Anpfiff. «Wir werden alles probieren, um ihn rechtzeitig fit zu bekommen», sagte Hecking.

Der Bundesliga-Elfte aus dem Revier präsentierte sich bei seiner 3:0-Generalprobe gegen den FC Augsburg in guter Form. Und auf der europäischen Bühne hinterließen die Königsblauen in dieser Spielzeit stets einen starken Eindruck, auch auswärts: Von den zurückliegenden zehn Europapokalspielen in der Fremde verlor Schalke nur eins.

Schalke muss gewinnen oder ein Unentschieden mit mindestens zwei Treffern erzielen, um erstmals seit der Saison 2011/2012 wieder die Runde der letzten Acht zu erreichen. Weinzierl kündigte einen «Fight» an. «Die Mannschaft wird brennen», sagte der 42 Jahre alte Coach. Zwar sieht er Gladbach wegen des Auswärtstores und des Heimspiels leicht im Vorteil. Der Trend spreche aber für sein Team, das vor zwölf Tagen im Bundesliga-Spiel an selber Stelle fehlerhaft agierte und klar mit 2:4 unterlag. «Erst haben wir verloren, dann unentschieden gespielt – da ist es doch klar, wie das dritte Spiel ausgeht», sagte Weinzierl mit einem Augenzwinkern.

Gladbach und Schalke wollen ins Viertelfinale

Gladbach hat die etwas bessere Ausgangslage, Schalke aktuell die etwas bessere Form. Der Kampf um den Einzug ins Viertelfinale der Europa League wird eng.

Gladbach und Schalke wollen ins Viertelfinale
Gladbach-Trainer Dieter Hecking (M, hinten) spricht beim Abschlusstraining im Borussia-Park zur Mannschaft. Foto: Marius Becker

Mönchengladbach (dpa) – Historische Chance für Borussia Mönchengladbach oder letzte Titelmöglichkeit für den FC Schalke 04?

Beim Showdown im deutschen Derby der Europa League geht es für beide Bundesliga-Vertreter am Donnerstag im Borussia-Park (21.05 Uhr) im dritten Duell binnen zwölf Tagen um den Einzug ins Viertelfinale. Für die Revierelf bietet sich die letzte Möglichkeit, die Saisonbilanz erheblich zu verbessern. Die Gladbacher könnten nach 21 Jahre wieder ein Viertelfinale in einem europäischen Wettbewerb erreichen. «Wir freuen uns auf dieses Spiel und wollen einen geilen Fußballabend», sagte Borussias Trainer Dieter Hecking.

Nach dem 1:1 im Hinspiel vergangene Woche spricht die Ausgangslage für die Gastgeber, Schalke hat nach dem souveränen 3:0-Sieg am Wochenende gegen den FC Augsburg wieder Oberwasser. Gleichwohl sieht Schalkes Trainer Markus Weinzierl einen kleinen Vorteil bei den Gladbachern. «Weil sie ein Auswärtstor erzielt und jetzt ein Heimspiel haben.» Er erwartet eine «spannende und intensive» Partie und kündigte am Mittwoch an: «Meine Mannschaft wird brennen und einen Fight abliefern. Wir wollen eine Runde weiterkommen.»

Der Elf vom Niederrhein droht in der wichtigen Saisonphase mit dem K.o.-Spiel in der Europa League und dem Bundesliga-Schlagerspiel gegen den FC Bayern München ein wenig die Luft auszugehen. Die Partie gegen Schalke ist bereits das 40. Pflichtspiel – so viele hat kein Bundesligateam in dieser Saison absolviert.

Das hat Konsequenzen: Der Einsatz von Lars Stindl (muskuläre Probleme an der Hüfte) ist sehr fraglich, Thorgan Hazard (Knieprobleme) fehlt weiterhin. «Wir werden bei Lars alles probieren, dass er spielen kann. Es ist nicht ausgeschlossen», sagte Gladbachs Trainer. Dafür kehrt Raffael nach einem grippalen Infekt zurück. Auch Christoph Kramer, der im Hinspiel gesperrt fehlte, ist wieder dabei.

«Die Doppelbelastung darf keine Entschuldigung sein. Wenn wir gewinnen, fragt auch keiner danach», meinte Borussias Linksverteidiger Oscar Wendt. Auch Trainer Dieter Hecking lässt die starke Belastung nicht als Alibi gelten. «Für uns ist das kein Thema. Wer morgen auf dem Platz steht, wird alles raushauen. Das ist für uns ein absolutes Highlight», sagte Hecking.

Die Revierelf hat sich nach der 2:4-Pleite im Meisterschaftsspiel beim 1:1 im Hinspiel erheblich gesteigert und rechnet sich trotz der ungünstigeren Ausgangslage durchaus etwas aus. «Gladbach ist eine harte Nuss, die wir knacken müssen. Wir wissen aber auch, dass wir durchaus Möglichkeiten haben, das zu packen», sagte Kapitän Benedikt Höwedes.

Weinzierl wird wieder auf die kompakte Vierer-Abwehrreihe setzen und in der Offensive neben dem starken Neuzugang Guido Burgstaller wohl auch den zuletzt überzeugenden Eric Maxim Choupo-Moting aufbieten. Der Trend, meinte Weinzierl schmunzelnd, spreche doch für sein Team: «Erst haben wir verloren, dann unentschieden gespielt – da ist es doch klar, wie das dritte Spiel ausgeht.»

Für Schalke ist die Europa League wohl die einzige Chance, sich noch für einen internationalen Wettbewerb in der kommenden Saison zu qualifizieren. Doch selbst in der Liga haben sich die Königsblauen noch nicht abgeschrieben. «Wir sind in trauter Gesellschaft von sehr vielen Vereinen, die derzeit nicht wissen, ob sie nach oben oder nach unten gucken müssen», sagte Sportvorstand Christian Heidel.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Jantschke, Christensen, Vestergaard, Wendt – Hofmann, Kramer, Dahoud, Johnson – Raffael, Herrmann

FC Schalke 04: Fährmann – Kehrer, Höwedes, Nastasic, Kolasinac – Geis, Bentaleb – Schöpf, Goretzka, Choupo-Moting – Burgstaller

Schiedsrichter: Clattenburg (England)

Schalke in Europa etabliert – Gladbach-Bilanz bescheiden

Mönchengladbach (dpa) – In den vergangenen zehn Jahren war der FC Schalke 04 auf europäischer Ebene wesentlich erfolgreicher als der Bundesliga-Rivale Borussia Mönchengladbach.

Schalke in Europa etabliert - Gladbach-Bilanz bescheiden
Für Trainer Markus Weinzierl und den FC Schalke 04 sind die Aussichten in der Europa Legue gut. Foto: Ina Fassbender

Mönchengladbach (dpa) – In den vergangenen zehn Jahren war der FC Schalke 04 auf europäischer Ebene wesentlich erfolgreicher als der Bundesliga-Rivale Borussia Mönchengladbach.

SAISON / Mönchengladbach WETTBEWERB ABSCHNEIDEN
2015/2016 Champions League Gruppenphase
2014/2015 Europa League Runde der letzten 32
2013/2014 Nicht vertreten
2012/2013

Playoff Champions League

Europa League

Runde der letzten 32

2006/2007 – 2011/2012 Nicht vertreten
SAISON / Schalke 04 WETTBEWERB ABSCHNEIDEN
2015/2016 Europa League Runde der letzten 32
2014/2015 Champions League Achtelfinale
2013/2014 Champions League Achtelfinale
2012/2013 Champions League Achtelfinale
2011/2012 Europa League Viertelfinale
2010/2011 Champions League Halbfinale
2009/2010 Nicht vertreten
2008/2009 Playoff Champions League UEFA-Pokal

Gruppenphase

2007/2008 Champions League Viertelfinale
2006/2007 UEFA-Pokal 1. Runde

Die Königsblauen spielten seit der Saison 2006/2007 neunmal im Europapokal, darunter fünfmal in der Champions-League-Gruppenphase. Den größten Erfolg feierte der UEFA-Cupsieger von 1997 in diesem Zeitraum mit dem Einzug ins Halbfinale der Fußball-Königsklasse in der Saison 2010/2011. Zudem stieß der Revierclub dreimal nacheinander ins Achtelfinale der Champions League und einmal ins Viertelfinale vor. Letztmals nicht europäisch dabei war Schalke in der Spielzeit 2009/2010.

Im Vergleich dazu ist die Europa-Bilanz der Borussia im vergangenen Jahrzehnt bescheiden. Immerhin erreichte der vor allem in den 1970er Jahren international erfolgreiche Verein (UEFA-Pokalsieger 1975 und 1979) in dieser Saison zum vierten Mal in fünf Jahren einen europäischen Wettbewerb. Erstmals kamen die Fohlen nun über die Runde der letzten 32 Teams hinaus.

Die Europapokal-Bilanz der beiden Westclubs seit 2006 im Überblick:

Zaudern in Gladbach, Zuversicht auf Schalke

Die Generalproben für den deutschen Showdown in der Europa League verlaufen für Mönchengladbach und Schalke ganz unterschiedlich. Während die Königsblauen mit dem 3:0 gegen Augsburg Selbstvertrauen gewinnen, verliert die Borussia trotz 1:0-Führung beim HSV.

Zaudern in Gladbach, Zuversicht auf Schalke
Szene aus dem Hinspiel Schalke gegen Mönchengladbach. Der leichte Vorteil der Borussen durch das Remis in Gelsenkirchen scheint nach den Wochenend-Spielen kleiner geworden zu sein. Foto: Guido Kirchner

Gelsenkirchen/Hamburg (dpa) – Zaudern hier, Zuversicht dort – nach den gegensätzlich verlaufenen Generalproben von Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 richten die Westclubs ihren Fokus auf das entscheidende Achtelfinale in der Europa League.

Bis zum Hinspiel in Gelsenkirchen schien die Form klar für die Borussia zu sprechen. Doch spätestens mit dem souveränen 3:0 (3:0) des Revierclubs gegen den FC Augsburg und dem 1:2 (1:1) der Gladbacher in Hamburg am Sonntag haben sich die vermeintlichen Kraftverhältnisse vor dem deutschen Duell am Donnerstag (21.05 Uhr) ein wenig verschoben.

Nach dem Ende der Erfolgsserie beim HSV ist der niederrheinische Club seine Favoritenrolle für den Showdown um den Viertelfinaleinzug trotz des Heimvorteils im Borussia-Park los. Trainer Dieter Hecking hatte nach dem 1:1 in der Veltins-Arena ohnehin von einer 51:49-Prozent-Chance gesprochen, weil sein Team das Rückspiel vor den eigenen Fans bestreiten kann. Zudem ist der Einsatz der in Hamburg schmerzlich vermissten Offensivspieler Raffael (grippaler Infekt) und Lars Stindl (Hüftprobleme) auch gegen Schalke noch nicht gesichert.

«Wir müssen abwarten, wie die Genesung verläuft. Natürlich hoffen wir, dass sie Donnerstag dabei sein können», sagte Hecking. Der 52-Jährige gab sich nach dem Dämpfer im Volksparkstadion zwar nicht besorgt, aber zurückhaltend, zumal sein Team die 1:0-Führung von Andreas Christensen noch verspielte und so den möglichen Sprung auf Platz sechs verpasste. «Irgendwann ist mal ein Spiel dabei, bei dem die letzte Konzentration fehlt. Wir müssen die vier Tage nutzen, um uns zu erholen und gut auf Schalke vorzubereiten.»

Sportdirektor Max Eberl wagt keine Prognose, was die Genesung des Top-Duos angeht. «Bei Lars ist es problematisch. Es war das 39. Pflichtspiel, das darf man nicht vergessen. Und jetzt kommen zwei Highlight-Spiele gegen Schalke und Bayern.»

Den besseren Eindruck hinterließen am Wochenende die Schalker, obwohl dies wegen der unterschiedlichen Gegner schwer zu vergleichen ist. Der FCA ging vor 59 481 Fans jedenfalls früh K.o.. Nach dem ersten Bundesliga-Doppelpack des erneut starken Winterzugangs Guido Burgstaller (4./29.) sowie dem 3:0 von Daniel Caligiuri (35.) konnte die Mannschaft von Markus Weinzierl in der zweiten Hälfte gegen die schwachen Schwaben sogar Kräfte sparen.

Schlussmann Ralf Fährmann hatte Weinzierls Ex-Club die letzte Hoffnung auf einen Punktgewinn geraubt, als er drei Minuten vor Caligiuris Premieren-Treffer im Schalke-Dress einen von FCA-Kapitän Paul Verhaegh getretenen Foulelfmeter parierte. «Wir haben an die gute Phase aus dem Spiel gegen Mönchengladbach angeknüpft. Dieses Mal hatten wir die Schlüsselsituationen auf unserer Seite», bilanzierte der S04-Coach zufrieden. Weinzierl war sogar das Risiko eingegangen, den zuletzt überragenden und leicht angeschlagenen Leon Goretzka zu schonen und Alessandro Schöpf erst nach gut einer Stunde zu bringen.

Die diesmal effektiven Schalker zogen in der Tabelle an Augsburg vorbei und können – nur einen Punkt hinter Leverkusen und zwei hinter Gladbach liegend – sogar wieder auf Rang sechs schielen. Kapitän Benedikt Höwedes fiebert wie das gesamte Team aber zunächst dem Spiel des Jahres im Borussia-Park entgegen: «Das wird eine harte Nuss, die wir knacken müssen. Wir wissen aber auch, dass wir es packen können.»

Manager Christian Heidel hat den Stimmungsumschwung wohlwollend registriert: «Aber deswegen wird es alles andere als ein Selbstläufer. Es hilft ein ganz klein wenig, aber die Jungs haben eine schwere Aufgabe am Donnerstag und müssen das regeln.»

Hecking erwartet 51:49-Match gegen Schalke

Das 1:1 zwischen Schalke und Gladbach im Achtelfinal-Hinspiel lässt kaum eine Prognose zu, für wen die Europa-Reise weiter geht. Entsprechend zurückhaltend gaben sich alle Beteiligten.

Hecking erwartet 51:49-Match gegen Schalke
Die Mönchengladbach haben durch das Auswärtstor die leicht bessere Ausgangslage vor dem Rückspiel. Foto: Guido Kirchner

Gelsenkirchen (dpa) – So richtig wusste keiner der Protagonisten, ob er sich ärgern oder freuen sollte. Das Remis im Achtefinal-Hinspiel der Europa League zwischen Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach ließ viel Raum für Spekulationen, für wen die internationale Reise weitergehen könnte.

Dieter Hecking drückte die Wahrscheinlichkeit des Viertelfinal-Einzugs sehr vorsichtig in Prozentzahlen aus. «Die Chancen stünden 50:50, wenn das Rückspiel auf neutralem Platz stattfände» sagte der Borussia-Trainer nach dem 1:1 in Gelsenkirchen. «So sind es vielleicht 51:49, weil wir jetzt ein Heimspiel haben.»

Selbst Hecking sieht nur einen klitzekleinen Vorteil für sein Team am kommenden Donnerstag (21.05 Uhr), wenn sich die West-Rivalen zum dritten Mal innerhalb von zwölf Tagen treffen. Für die Borussen spricht zudem, dass sie in der Arena durch Jonas Hofmann (15.) das oft im Europacup entscheidende Auswärtstor erzielten. «Das tut uns natürlich weh», räumte Markus Weinzierl ein. Andererseits: «Wir sind in der Lage, auch in Mönchengladbach zu treffen. Ein 1:0 oder 2:2 würde uns genügen. Wir fahren dorthin und wollen weiterkommen», betonte der Schalke-Coach.

Die Hoffnung der Königsblauen, die nach dem Pokal-Aus in München (0:3) und dem 2:4 in Gladbach am vorigen Samstag am Boden lagen, gründet sich vor allem auf der sichtbaren Leistungssteigerung und den vielen Torchancen. Auf der anderen Seite sollte dem Revierclub Sorgen bereiten, dass nach dem Ausgleich von Guido Burgstaller (25.) in der überlegen geführten zweiten Hälfte keine dieser großen Möglichkeiten zum Siegtreffer genutzt werden konnte.

«Eigentlich», referierte Weinzierl, der das System wieder auf eine Viererabwehrkette umgestellt hatte, hätten nur zwei Dinge an dem «tollen Fußballabend» nicht gepasst: «der Gegentreffer und die Tatsache, dass wir kein zweites Tor erzielt haben.» Gleichwohl sei noch «alles möglich. Wir sind nicht ausgeschieden».

Einem Schalker Erfolg stemmte sich in der Schlussphase insbesondere Yann Sommer mit einigen bemerkenswerten Paraden entgegen. Dabei war der Schweizer Torwart nach der schwachen Hinrunde nicht unumstritten. Am Donnerstagabend schon: «Wir hatten das Quäntchen Glück und einen überragenden Yann Sommer», sagte Max Eberl. Wie alle Borussen ahnt auch der Sportdirektor, dass die Sache noch nicht gelaufen ist: «Wenn Schalke seine Konstanz wieder findet, und es bleibt ein großartiger Verein mit einem großartigen Kader und viel Qualität, dann wird es eine schwierige Aufgabe. Aber wir spielen zu Hause. Entsprechend haben wir eine gute Chance.»

Für die Gladbacher, die im Pokal-Halbfinale stehen und in der Bundesliga nach der jüngsten Siegesserie wieder aussichtsreich im Rennen liegen, wäre ein Achtelfinal-Aus zwar ärgerlich, aber weit weniger schlimm als für Schalke. Im Gegensatz zur Borussia bleibt dem Bundesliga-13. wegen des veritablen Rückstands auf die Europapokalplätze der Weg ins internationale Geschäft wohl nur noch über den Gewinn des Europa-League-Titels.

Gelingt dies nicht müsste Schalke in der nächsten Spielzeit erstmals seit acht Jahren international zuschauen. Noch wird das unliebsame Szenario wie auch die Möglichkeit eines Bundesligaabstiegs verdrängt. «Wir waren die bessere Mannschaft und gehen voller Selbstbewusstsein in das Rückspiel», betonte Kapitän Benedikt Höwedes. Der Weltmeister spricht sich und den Kollegen Mut zu. Man müsse nur weiter an sich glauben, dann werde man «das Ding durchaus drehen» können.