DFB wartet auf Hitzfelds Zusage

DFB wartet auf Hitzfelds Zusage
Ottmar Hitzfeld beißt sich bei einem Fernsehinterviews im Januar auf die Lippen.

Lissabon (dpa) – Ottmar Hitzfeld ist am Zug – und seine Zusage wohl nur noch Formsache. DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder ist nach täglichen Telefonaten und einem Treffen mit dem 55-Jährigen in Sevilla sehr zuversichtlich, dass Hitzfeld die Nachfolge von Rudi Völler antritt.

Er würde dann am 18. August in Wien erstmals auf der Bank sitzen. «Ich persönlich bin der Meinung, dass er großes Interesse hat, das Amt zu übernehmen», sagte der Verbandschef in Lissabon.

Hitzfeld kündigte eine Entscheidung für das Wochenende an. «Die Fans müssen sich noch etwas gedulden. Ich habe eine Woche Zeit, diese Zeit will ich nutzen», sagte er in der ARD-Tagesschau. Die Bedenkzeit benötige er vor allem, weil er die Zustimmung seiner Frau einholen wolle, der er nach dem vorzeitigen Abschied von Bayern München zum Saisonende eine einjährige Fußball-Pause versprochen hatte. Beatrix Hitzfeld signalisierte allerdings bereits, dass an ihrem Veto eine Verpflichtung nicht scheitern würde.

In allen wichtigen fachlichen Fragen hatten Mayer-Vorfelder und Hitzfeld bei dem etwa zweistündigen Gespräch in Sevilla offensichtlich schnell Einigung erzielt. Es seien «angenehme Gespräche» gewesen, so Mayer-Vorfelder: «Ich halte die Punkte, die besprochen worden sind, für so weit geklärt, dass man zu einer Entscheidung kommen kann.»

So würde Hitzfeld seinen langjährigen Co-Trainer und Vertrauten Michael Henke mit zum Verband nehmen, seinen Wohnort in München behalten und mindestens einen Zweijahresvertrag bis zur WM 2006 unterzeichnen. Er könne aber selbst entscheiden, wie lange sein Vertrag laufen soll, sagte Mayer-Vorfelder. Nach Angaben der «Sport Bild» soll der erfolgreichste deutsche Vereinstrainer beim DFB ein Jahresgehalt von rund vier Millionen Euro beziehen.

Zudem steht das gesamte Trainer-Konzept um Jugend-Koordinator Michael Skibbe und U21-Coach Ulli Stielike auf dem Prüfstand, wie Mayer-Vorfelder verdeutlichte. «Nach dem Rücktritt von Rudi Völler hat sich ein neuer Sachverhalt ergeben, der es notwendig macht, auch über die Aufgabenverteilung der DFB-Nachwuchstrainer nachzudenken», sagte der DFB-Chef.

Möglicherweise wird sich der FC Bayern München zunächst noch am Gehalt für den 55-Jährigen beteiligen. Bei der Auflösung von Hitzfelds Arbeitsvertrag mit dem deutschen Rekordmeister, der trotz Beurlaubung noch bis zum Juni 2005 läuft, könnte dies so vereinbart werden, deutete Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge an. Zuvor hatten die Bayern ihre Bereitschaft erklärt, den Schritt von Hitzfeld zum DFB zu unterstützen. Nach Präsident Franz Beckenbauer betonte nun auch Rummenigge, dass man «eine tragfähige Lösung» finden werde.

Unabhängig davon scheint das Verhältnis zwischen den Bundesliga- Funktionären und Mayer-Vorfelder durch das lange isolierte Vorgehen des DFB-Präsidenten in der Bundestrainer-Frage schwer belastet. Mayer-Vorfelder jedoch ist sich keiner Schuld bewusst und sieht sein Handeln im Einklang mit der DFB-Satzung: «Ich habe die Mission, die ich nach den DFB-Statuten habe, erfüllt. Die Aufgeregtheiten, die entstanden sind, kann ich in jedem einzelnen Punkt widerlegen.» Der 71-Jährige hatte die Suche nach dem neuen Bundestrainer auch deshalb zur «alleinigen Chefsache» erklärt, um tägliche Meldungen und ewige öffentliche Debatten über den Stand der Verhandlungen zu vermeiden.

Die geballte Kritik der Club-Vertreter am Alleingang des Verbandschef veranlasste Mayer-Vorfelder immerhin, den tagelang isolierten Ligachef Werner Hackmann und andere Entscheidungsträger ins Bild zu setzen. «Ich habe die Präsidiumsmitglieder über die Gespräche informiert.» Für nächste Woche hat Mayer-Vorfelder zudem eine Präsidiumssitzung angesetzt, um die Trainerfrage und das enttäuschende EM-Abschneiden zu erörtern.

Der neue Bundestrainer wird bereits in sieben Wochen bei der Partie in Österreich seine Feuertaufe haben. In diesem Jahr stehen noch Spiele gegen Weltmeister Brasilien (8. September in Berlin) im Iran (9. Oktober in Teheran) sowie gegen Kamerun (17. November in Leipzig) auf dem Programm. Im Dezember trifft die DFB-Elf im Rahmen einer Asien-Tour auf Japan (16. Dezember in Yokohama), Südkorea (19. Dezember in Busan) und Thailand (21. Dezember in Bangkok).

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