UEFA nimmt Schiedsrichter Aytekin in Schutz

Madrid (dpa) – Der wegen seiner Entscheidungen in der Champions-League-Partie FC Barcelona gegen Paris Saint-Germain heftig in die Kritik geratene deutsche Schiedsrichter Deniz Aytekin hat Rückendeckung von der UEFA bekommen. 

UEFA nimmt Schiedsrichter Aytekin in Schutz
Deniz Aytekin hatte die Partie FC Barcelona gegen Paris Saint-Germain geleitet. Foto: Daniel Reinhardt

Madrid (dpa) – Der wegen seiner Entscheidungen in der Champions-League-Partie FC Barcelona gegen Paris Saint-Germain heftig in die Kritik geratene deutsche Schiedsrichter Deniz Aytekin hat Rückendeckung von der UEFA bekommen. 

«Wir werden den Schiedsrichter dieses Spiels nicht sperren», zitierte die spanische Zeitung «ABC» UEFA-Präsident Aleksander Ceferin. «Das wäre ja, als würde man einen Fußballspieler sperren, der einen Elfmeter vergibt. Der muss auch erst auf die Bank, wenn er mehrmals verfehlt», sagte Ceferin im portugiesischen Estoril.

Aytekin war nach dem Achtelfinal-Rückspiel in der Königsklasse zwischen Barça und PSG scharf kritisiert worden. Die Katalanen hatten nach der 0:4-Niederlage aus dem Hinspiel eine sensationelle Aufholjagd hingelegt und im heimischen Camp Nou in letzter Minute mit 6:1 gewonnen. PSG betonte anschließend, der Unparteiische habe zahlreiche Fehlentscheidungen getroffen und offiziell Beschwerde bei der UEFA eingelegt.  

Poker um die Champions League

Bayern- und BVB-Spiele nur noch im Pay-TV: Dieses Szenario droht demnächst in der Champions League. Die UEFA will immer mehr Geld und hat in Großbritannien bereits einen Milliarden-Deal ohne Free-TV abgeschlossen.

Poker um die Champions League
Das ZDF will auch weiter Spiele der Champions League zeigen. Foto: Tobias Hase

Hannover (dpa) – Der Alptraum vieler Fußballfans ist in Großbritannien bereits Realität. Kein Spiel der Champions League läuft im frei empfangbaren Fernsehen. Und vom nächsten Jahr an gibt es nicht einmal eine Zusammenfassung im Free-TV. Dieses Szenario droht nun auch in Deutschland.

Die Ausschreibung für die deutschen Medienrechte der Königsklasse von 2018 bis 2021 läuft seit ein paar Wochen. Ob das ZDF oder ein anderer Free-TV-Sender wie RTL im Wettbieten der Pay-Plattformen eine Chance hat, ist angesichts des veränderten Marktes und der UEFA-Erwartungen fraglich.

Das ZDF würde den wichtigsten europäischen Clubwettbewerb gerne auch zukünftig zeigen. «Die UEFA weiß, was sie an uns hat, und wir wissen, was wir an der Champions League haben», sagte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann der Deutschen Presse-Agentur. Er warb für seinen Sender: «Wir haben die Champions League redaktionell auf ein neues Niveau gehoben. Durch die Übertragung des ZDF ist die Wahrnehmung der Champions League globaler geworden.»

Als möglicher weiterer Interessent im Free-TV-Bereich gilt in Fachkreisen nur noch RTL. «Wir schauen uns das an», sagte RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer. Zuletzt hatte der Privatsender mit dem Kauf von Länderspiel-Rechten für Aufsehen gesorgt.

Internationaler Fußball bringt Top-Quoten. Und die Champions League habe zudem «eine Strahlkraft für das gesamte Programm», erklärte ZDF-Sportchef Fuhrmann. Es ist indes zu vermuten, dass der UEFA und ihrem Vermarkter TEAM steigende Einnahmen wichtiger sind. Darauf lässt zumindest der neue Vertrag für den britischen Markt schließen.

«All pay» nennen Fachleute die Variante, mit der die UEFA in Großbritannien einen Rekord-Vertrag abgeschlossen hat. 1,2 Milliarden Pfund (1,38 Milliarden Euro) zahlt BT Sports nach übereinstimmenden Medienberichten für die drei Spielzeiten von 2018 bis 2021. Das sind rund 30 Prozent mehr als für den noch bis Sommer 2018 laufenden Vertrag. Dieser Kontrakt erlaubte zumindest Zusammenfassungen im Free-TV.

«Wir sind jetzt wirklich exklusiv», frohlockte BT-Manager John Petter im «Guardian». Zum zweiten Mal setzte sich das britische Telekommunikations-Unternehmen gegen Sky durch und verdrängte nun auch den frei empfangbaren Sender ITV.

In Deutschland ist Sky beim Wettbieten um die Pay-Rechte der Champions League jahrelang als Sieger hervorgegangen. Doch das könnte sich ändern. Andere Bezahl-Plattformen wie Eurosport und DAZN haben Sky zuletzt attackiert. Eurosport erwarb bei der letzten Auktion der Deutschen Fußball Liga (DFL) Bundesliga-Rechte, und der Streamingdienst DAZN schnappte Sky die Premier League weg.

Während Sky zur Champions-League-Ausschreibung schweigt, hatte der DAZN-Vorstandsvorsitzende James Rushton im dpa-Interview angekündigt: «Wir werden sehr aggressiv vorgehen, sehr proaktiv.» Das seit Mitte des vergangenen Jahres in Deutschland aktive Unternehmen hat nach seinen Angaben genug Geld in der Kasse für teure Rechte: «Absolut. Keine Sorge. Wir sind sehr gut finanziert.»

Rushton kündigte an: «Wir werden zweifelsfrei Teil des Prozesses sein, klar.» Aber es gehe «nicht nur um DAZN und Sky», sagte der Chef des neuen Herausforderers. Rushton sieht auch die Deutsche Telekom und Amazon als Wettbewerber. Und auch die arbeiten im Pay-Bereich.

Bayerns Lewandowski würde gern Weltfußballer werden

München (dpa) – Bayern Münchens Stürmer Robert Lewandowski will sich bei der Titeljagd in der Champions League auch für die individuell höchste Auszeichnung empfehlen.

Bayerns Lewandowski würde gern Weltfußballer werden
Ein Sieg im Finale der Champions League würde die Chance von Robert Lewandowski Weltfußballer zu werden steigern. Foto: Andreas Gebert

München (dpa) – Bayern Münchens Stürmer Robert Lewandowski will sich bei der Titeljagd in der Champions League auch für die individuell höchste Auszeichnung empfehlen.

«Wenn Sie mich fragen, ob ich irgendwann gerne Weltfußballer wäre? Selbstverständlich!», sagte der Torjäger in einem Interview der «Sport Bild». Zugleich unterstrich er, dass er bei einer Wahl gegen Stars wie Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo nur bestehen könne, wenn Bayern auch in der Königsklasse erfolgreich ist. «Wenn wir die Champions League gewinnen sollten, würden meine Chancen hierfür sicher steigen», meinte er.

Auf dem Weg zum wichtigsten Pokal im europäischen Vereinsfußball muss der deutsche Rekordmeister zunächst im Viertelfinale gegen Vorjahreschampion Real Madrid ran. Mit den Spaniern habe der FC Bayern noch eine Rechnung offen, erinnerte Lewandowski mit Verweis auf das Halbfinale vor drei Jahren. «Die beiden Niederlagen 2014 mit 0:1 und vor allem das 0:4 zu Hause sind im Klub nicht vergessen», sagte er.

Die Reaktionen zur Champions-League-Auslosung

München (dpa) – Die Reaktionen zur Auslosung des Champions-League-Viertelfinales.

Die Reaktionen zur Champions-League-Auslosung
Bayern-Trainer Carlo Ancelotti trifft auf seinen ehemaligen Club Real. Foto: Nick Potts

München (dpa) – Die Reaktionen zur Auslosung des Champions-League-Viertelfinales.

Bayern-Trainer Carlo Ancelotti: «Die Spiele gegen Real sind speziell für mich. Es wird aufregend für mich sein, nach Madrid zurückzukommen. Alle Mannschaften im Viertelfinale sind bekannt, da gibt es keine Geheimnisse. Real hat ein fantastisches Team, fantastische Spieler und einen fantastischen Trainer. Wir haben viel Selbstvertrauen, wir wollen die Champions League gewinnen.»

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: «Das ist ein Klassiker. Das ist das absolute Toplos, das im Topf lag. Man muss großen Respekt haben vor diesem Gegner. Das ist eine Mannschaft, die in den letzten drei Jahren zweimal die Champions League gewonnen hat. Die sind All-Time-High-Sieger, das ist eine Topmannschaft, aber auf der anderen Seite auch eine hohe Motivation für unsere Mannschaft. Die Aussichten stehen 50:50. Ein 1:0, 2:0 im Hinspiel in München wäre ein Topergebnis für uns. Unser Trainer kennt den Gegner aus dem Effeff. Carlo (Ancelotti) wird sicherlich hochmotiviert sein. Es gilt die alte Regel, dass der Champions-League-Sieger seinen Titel nicht verteidigt. Das spricht nicht gerade gegen Bayern München.»

Bayern-Torwart Manuel Neuer: «Jeder Spieler von uns freut sich und ist hochkonzentriert. Es werden zwei enge Spiele. Wir haben einen Trainer, der die Mannschaft von Real bestens kennt. Es ist ein schwerer und interessanter Gegner. Ich glaube nicht, dass sich Real über Bayern als Gegner freut.»

Bayern-Profi Xabi Alonso (ehemaliger Real-Spieler): «Für mich ist das speziell. Aber wir sind bereit. Das sind historische Vereine in Europa. Wir wollen ein gutes Ergebnis in München erzielen, denn im Bernabeu ist es immer schwer.»

Emilio Butragueño (früherer Real-Profi): «Einmal mehr Bayern München. Es ist einer der schwersten Gegner, den wir bekommen konnten. Sie haben eine herausragende Mannschaft. Wir kennen uns und Carlo (Ancelotti) sehr gut, es wird richtig schwer.»

Hans-Joachim Watzke (Vorsitzender der BVB-Geschäftsführung): «Wir wollten genauso wie die Bayern einem deutsch-deutschen Duell aus dem Weg gehen. Das hat funktioniert. Nichtsdestotrotz bekommen wir es in Monaco mit einem sehr starken Gegner zu tun. Ich habe ihr Rückspiel gegen ManCity gesehen – das war überzeugend. Und Monacos Tordifferenz in der französischen Liga, plus 58, sagt ebenfalls eine Menge aus. Wir freuen uns über das attraktive Los und auf die Viertelfinals in der UEFA Champions League!»

Michael Zorc (BVB-Sportdirektor): «Endlich mal eine Paarung, die wir in unserer Europapokalhistorie noch nicht hatten und aus meiner Sicht obendrein eine auf Augenhöhe. Wir müssen sehr wachsam sein, denn Monaco führt die französische Liga nicht von ungefähr vor Paris St. Germain an und hat in Manchester City einen starken Kontrahenten aus dem internationalen Wettbewerb geworfen.»

Thomas Tuchel (BVB-Trainer): «Ein sehr spannendes, sehr schwieriges Los. Monaco hat in zwei spektakulären Spielen den Mitfavoriten ManCity bezwungen. Es ist eine sehr homogene Mannschaft mit großer individueller Klasse und einem herausragenden Trainer. Wir benötigen zwei Mal unsere absolut beste Leistung, um diesen Gegner auszuschalten.»

Marcel Schmelzer (BVB-Kapitän): «Eine sehr interessante Aufgabe, weil sie uns alles abverlangen wird. Monaco stellt nicht nur individuell starke Spieler, sondern tritt auch als geschlossenes und willensstarkes Team auf. Wir müssen genau diese Tugenden in beiden Partien abrufen, um eine Chance zu haben. Dass wir das können, haben wir in den letzten Jahren in der Champions League bewiesen.»

Champions League: Bayern trifft auf Real, BVB gegen Monaco

Auf den FC Bayern wartet im Champions-League-Viertelfinale ein Kracher. Die Münchner bekommen es mit Titelverteidiger Real Madrid zu tun. Der BVB hat die vermeintlich leichtere Aufgabe gezogen. Die Schwarz-Gelben spielen gegen AS Monaco.

Champions League: Bayern trifft auf Real, BVB gegen Monaco
Das Viertelfinale der Champions League hält interessante Begegnungen bereit. Foto: Jean-Christophe Bott

Nyon (dpa) – Der FC Bayern München trifft im Champions-League-Viertelfinale auf Titelverteidiger Real Madrid, Borussia Dortmund muss sich mit dem französischen Liga-Spitzenreiter AS Monaco auseinandersetzen. Das ergab die Auslosung am Sitz der Europäischen Fußball-Union in Nyon.

Die Bayern, die im Achtelfinale den FC Arsenal ausgeschaltet hatten, besitzen am 12. April zunächst Heimrecht. Das Rückspiel findet am 18. April in Madrid statt. Auch der BVB, der über Benfica Lissabon weitergekommen war, spielt das erste Spiel am 11. April vor heimischem Publikum, das Rückspiel folgt am 19. April. In den weiteren Viertelfinal-Spielen trifft Atlético Madrid auf den englischen Meister Leicester City, Juventus Turin bekommt es in der Neuauflage des Endspiels von 2015 mit dem FC Barcelona zu tun.

Die Münchner haben an das letzte Aufeinandertreffen mit Real in der Saison 2013/14 keine guten Erinnerungen, als sich die Madrilenen mit 1:0 und 4:0 durchsetzten. Auf der Trainerbank der Königlichen saß damals der heutige Bayern-Coach Carlo Ancelotti. «Das Spiel gegen Real ist speziell. Für mich ist es aufregend, nach Madrid zurückzukehren», sagte Ancelotti und sprach von einem «schwierigen Spiel». Aber er habe Vertrauen in seine Mannschaft. «Wir wollen die Champions League gewinnen», betonte Ancelotti.

Insgesamt ist die Bilanz für die Münchner positiv. In 22 Duellen siegte der deutsche Rekordmeister zwölfmal. Achtmal gewann Real, zwei Spiele endeten unentschieden. Trotzdem hat kein Team öfter die europäische Königsklasse gewonnen als Madrid. Im vergangenen Jahr triumphierte das Team um Weltfußballer Cristiano Ronaldo gegen Stadtrivale Atletico und holte damit zum elften Mal den Henkelpokal. «Das ist ein Klassiker. Das ist das absolute Toplos, das im Topf lag. Man muss großen Respekt haben vor diesem Gegner. Das ist eine Mannschaft, die in den letzten drei Jahren zweimal die Champions League gewonnen hat. Die sind All-Time-High-Sieger», meinte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Der BVB betritt dagegen Neuland, gegen Monaco haben die Schwarz-Gelben im Europacup noch nicht gespielt. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke konnte mit dem Los aber gut leben. «Wir wollten dem FC Bayern aus dem Weg gehen, insofern ist es gut», sagte Watzke und wollte nicht von einer leichten Aufgabe sprechen: «Wer Manchester City ausschaltet, das ist schon sehr schwer. Aber wir können nicht klagen. Insgesamt ist es ein schönes Los.»

Das Halbfinale ist für den 2./3. und 9./10. Mai terminiert, das Endspiel findet am 3. Juni im Millennium Stadium in Cardiff statt.

Deutscher Viererpack oder Kracher gegen Star-Elf?

In Nyon wird es ernst. Die Viertelfinale der Champions League werden ausgelost. Der FC Bayern München und Borussia Dortmund sind gespannt. Es kann ein Wiedersehen mit alten Bekannten geben.

Deutscher Viererpack oder Kracher gegen Star-Elf?
Am Freitag wird das Viertelfinale der Champions League ausgelost. Foto: Martial Trezzini

München (dpa) – Das unerwünschte deutsche Duell, ein Kracher gegen eines der Star-Teams aus Spanien oder doch die wohl leichtere Aufgabe gegen Leicester City? Der FC Bayern und Borussia Dortmund blicken gespannt auf die Viertelfinal-Auslosung der Fußball-Champions-League ab 12.00 Uhr.

Gesetzte Teams gibt es nicht mehr, auch Spiele von Mannschaften aus einem Land sind im Gegensatz zum Achtelfinale möglich. Die zwei Bundesligisten würden sich in diesem Fall nicht nur erstmals seit dem Finale 2013 wieder in der europäischen Königsklasse wiedersehen. Sie stünden gleich vor vier direkten Duell im Frühling.

Die möglichen Auslosungs-Szenarien für Bayern und den BVB:

BUNDESLIGA-DUELL

Das wollen weder die Münchner noch die Dortmunder. «Ich brauche das international nicht, ich finde es schöner, wenn man da gegen Gegner aus anderen Ländern spielt», sagte Bayern-Profi Mats Hummels. Weil es in der Bundesliga und im Halbfinale des DFB-Pokals schon zweimal zum Aufeinandertreffen der besten deutschen Teams kommt, würde ein Los FCB-BVB in der Champions League bedeuten, dass sich die zwei Rivalen im April innerhalb von gut zwei Wochen viermal gegenüberstehen. Schon 1998 gab es übrigens ein Viertelfinale Bayern gegen Dortmund, das die Borussen nach einem 0:0 in München daheim mit 1:0 nach Verlängerung gewannen. Im Finale von Wembley 2013 triumphierte Bayern mit 2:1.

KRACHER GEGEN MILLIONEN-ENSEMBLE

Im Lostopf sind einige Fußball-Hochkaräter, allen voran die spanischen Titel-Mitfavoriten Real Madrid, FC Barcelona und Atletico Madrid sowie Italiens Rekordmeister Juventus Turin um den deutschen Nationalspieler Sami Khedira. Gegen die Spanier haben die Bayern noch drei Rechnungen offen, schieden sie doch in den vergangenen drei Jahren jeweils gegen eines der drei Teams im Halbfinale aus. Ein Wiedersehen mit Pep Guardiola wird es nach dem Scheitern von Manchester City am AS Monaco indes nicht geben. Dortmund wiederum könnte an Juventus Revanche nehmen, nachdem für die Borussia vor zwei Jahren schon in der ersten K.o.-Runde der Champions League gegen den späteren Finalisten das Aus kam.

GLÜCKSLOS

Neben den europäischen Fußball-Schwergewichten fällt nur Leicester City etwas ab. Der letztjährige Sensationschampion der Premier League kämpft aktuell in der Liga gegen den Abstieg, Meistertrainer Claudio Ranieri wurde schon entlassen. Unter Interimscoach Craig Shakespeare gelang zuletzt eine kleine Drei-Spiele-Erfolgsserie, die im 2:0-Sieg über den FC Sevilla gipfelte. Dadurch machte der Underdog ein 1:2 aus dem Hinspiel wett, feierte den vierten Sieg im vierten Heimspiel der diesjährigen Champions-League-Saison und sicherte sich zwei weitere Fußball-Abende im europäischen Elite-Wettbewerb.

Zweifel nach Aus: Kein Fortschritt unter Guardiola?

Sechs Tore geschossen und trotzdem ausgeschieden – nach dem Champions-League-Aus in Monaco ist die Enttäuschung bei Manchester City groß. Besonders Coach Pep Guardiola steht in der Kritik.

Zweifel nach Aus: Kein Fortschritt unter Guardiola?
Trainer Pep Guardiola scheiterte mit Manchester City bereits im Achtelfinale der Champions League. Foto: Claude Paris

Monte Carlo (dpa) – Der Zauber ist verflogen – Startrainer Pep Guardiola droht in England zu scheitern. Nach dem Champions-League-Aus von Manchester City gegen den AS Monaco wachsen die Zweifel am Spanier.

Saison Verein Abschneiden
2008/09 FC Barcelona Sieger
2009/10 FC Barcelona Halbfinale
2010/11 FC Barcelona Sieger
2011/12 FC Barcelona Halbfinale
2013/14 FC Bayern München Halbfinale
2014/15 FC Bayern München Halbfinale
2015/16 FC Bayern München Halbfinale
2016/17 Manchester City Achtelfinale

«Der erfahrene Pep Guardiola sah wie ein Anfänger aus», kommentierte der «Daily Mirror» nach dem 1:3 im Fürstentum. Die mit Scheich-Millionen aufgepeppte City-Truppe schaffte es, den 5:3-Vorsprung aus dem Hinspiel zu verspielen.

Mit gesenktem Kopf lief Guardiola nach dem Aus über den Rasen, seinen Spielern schaute er nicht in die Augen. Später übte sich der Trainer in Selbstkritik, doch er tönte auch: «Ich bin hier hergekommen, um die Champions League zu gewinnen. Ich habe es versucht und versucht – und ich werde es wieder versuchen», stellte der Gewinner von 2009 und 2011 – damals als Trainer des FC Barcelona – klar.

Vor vier Jahren war Guardiola in München als Titelgarant verpflichtet worden – in seiner Bayern-Zeit holte er zwar drei Meisterschaften und zwei Pokalsiege – doch in der Champions League war für den Rekordmeister dreimal im Halbfinale Schluss. In Manchester startete er noch schlechter – mit Glück holt Guardiola wenigstens noch einen Titel. Im FA Cup steht City im Halbfinale.

Doch nachdem der frühere Bayern-Coach erstmals in seiner Trainerkarriere das Viertelfinale der Königsklasse verpasst hatte, befand auch der «Telegraph»: «Guardiola muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er sich mit Mannschaft und Taktik vertan hat.»

«Es gab keinen Schlag, keinen Biss und wenig Zusammenspiel, dann setzte die Verzweiflung ein», kritisierte die Tageszeitung «Guardian». Nun stelle sich die Frage nach dem Fortschritt unter Guardiolas Führung, «falls es überhaupt welchen gab.»

Das 6:6 aus Hin- und Rückspiel bedeutet einen kuriosen Rekord. Man City ist damit die erste Mannschaft, die in der K.o.-Runde der Champions League trotz sechs erzielter Tore ausgeschieden ist. Trotzdem nahm Guardiola seine schwache Verteidigung in Schutz. «Es ist kein Problem der Defensive», erklärte er. «Das Problem war, dass wir in der ersten Hälfte überhaupt nicht da waren. Unsere Stürmer müssen aggressiv sein und den Ball erobern, aber das haben wir nicht. Deswegen sind wir raus.»

Den Ärger über die enttäuschende Leistung seiner Spieler versteckte Guardiola in Selbstkritik. «Ich habe versucht, sie in allen Gesprächen davon zu überzeugen, dass wir hier herkommen, um anzugreifen und Tore zu schießen», erklärte er zerknirscht. «Mein Fehler war, dass ich sie nicht überzeugt habe.»

Nach fünf City-Toren im Hinspiel sorgte in Monaco nur der erneut starke deutsche Nationalspieler Leroy Sané für einen kleinen Hoffnungsschimmer. Doch schon kurz nach Sanés Tor zum 1:2 kassierten die Citizens den entscheidenden dritten Gegentreffer.

Viele Fans machten ihrem Ärger danach in den sozialen Medien Luft. Der frühere Man-United- und England-Profi Phil Neville, aufgrund seiner Vergangenheit nicht unbedingt ein City-Anhänger, sprach ihnen bei BBC Radio 5 aus der Seele: «Man City hat es nicht geschafft, die Erwartungen zu erfüllen.» Immerhin ist der Club damit in guter Gesellschaft. Zuvor scheiterten schon Tottenham Hotspur und der FC Arsenal in der Königsklasse. Als letzter englischer Vertreter steht überraschend Meister Leicester City in der Runde der letzten Acht.

Das Abschneiden von Guardiola in der Champions League:

Bayern gespannt vor Champions-League-Auslosung

Wer darf’s diesmal sein? Real Madrid, der FC Barcelona – oder vielleicht Borussia Dortmund? Der FC Bayern blickt gespannt nach Nyon. In der Schweiz werden die Viertelfinale der Champions League ausgelost. Ein ganz spezielles Wiedersehen ist ausgeschlossen.

Bayern gespannt vor Champions-League-Auslosung
Am Freitag wird das Viertelfinale der Champions League ausgelost. Foto: Martial Trezzini

München (dpa) – Auf ein deutsches Duell können Borussia Dortmund und der FC Bayern im Viertelfinale der Champions League getrost verzichten.

«Ich brauche das international nicht, ich finde es schöner, wenn man da gegen Gegner aus anderen Ländern spielt», sagte der Münchner Verteidiger Mats Hummels, der erst im Sommer vom BVB zum deutschen Fußball-Rekordmeister zurückgekehrt war.

Wenn am Freitag ab 12.00 Uhr in der Zentrale der Europäischen Fußball-Union (UEFA) im Schweizer Nyon die vier Paarungen für die Runde der besten acht Mannschaften ermittelt werden, ist aber eben auch ein deutsches Duell möglich.

Sollte es tatsächlich soweit kommen, würden sich der FC Bayern und die Borussia innerhalb von nur 18 Tagen in der Bundesliga, im DFB-Pokal-Halbfinale und in der «Königsklasse» gleich viermal wiedersehen. Die Viertelfinals werden am 11./12. und 18./19. April ausgetragen. Der BVB müsste dann insgesamt dreimal bei der Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti ran.

Ähnlich wie die Münchner würden sich auch die Dortmunder ein deutsches Duell liebend gern ersparen. «Wir haben wenig Lust, in knapp zwanzig Tagen möglicherweise vier Mal gegen die Bayern zu spielen. Und davon drei Mal in München», kommentierte Marcel Schmelzer schon nach dem 4:0-Erfolg über Benfica Lissabon vor gut einer Woche. Trainer Thomas Tuchel pflichtete dem BVB-Kapitän bei: «Ich wünsche mir kein deutsches Duell. Nicht, weil wir Angst hätten. Aber wir wollen uns international messen, wir wollen reisen und Stadien in Europa kennenlernen.»

Auf dem Weg ins Endspiel in Cardiff am 3. Juni gibt es kaum noch einfache Gegner. «Alles, was sich da qualifiziert hat, sind schwere Brocken», hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge schon nach dem imposanten Weiterkommen im Achtelfinale gegen den FC Arsenal gesagt. «Wir sollten jetzt nicht träumen, sondern wirklich ganz in Ruhe abwarten, wen wir im Viertelfinale bekommen. Wir tun gut daran, das einfach step by step in Ruhe anzugehen.»

Wahrscheinlicher als ein direktes Aufeinandertreffen der deutschen Teams sind jedoch Duelle mit spanischen Mannschaften. Schließlich ist «La Liga» noch mit drei Vereinen – FC Barcelona, Real und Atletico Madrid – im Wettbewerb vertreten.

Und gegen diese haben die Münchner etwas gut zu machen. 2014 war im Halbfinale gegen den jetzigen Titelverteidiger Real Madrid Schluss, ein Jahr später gegen den FC Barcelona und im vergangenen Jahr gegen den späteren Finalisten Atlético Madrid.

Nicht auszuschließen, dass der BVB erneut auf Dauerrivale Real Madrid trifft. Schon in der Saison 2012/13 gab es dieses Kräftemessen sowohl in der Gruppen- als auch in der K.o.-Phase.

Sensationsmeister Leicester City aus England gilt als vermeintlich leichtester Kontrahent auf dem Weg ins Halbfinale. Ein Wiedersehen mit Pep Guardiola wird es für die Bayern aber nicht geben. Mit Manchester City konnte sich der spanische Star-Coach nicht gegen den AS Monaco durchsetzen. Die Franzosen dürften unbequem werden.

Mitternachtsspitzen gegen Schmidt – Hilbert der Gewinner

Bayer Leverkusen war nach dem achtbaren 0:0 bei Atlético Madrid trotz Ausscheidens stolz auf eine ordentliche Leistung. Zwischen den Zeilen gab es aber ziemlich deutliche Kritik an Ex-Trainer Roger Schmidt.

Mitternachtsspitzen gegen Schmidt - Hilbert der Gewinner
Roberto Hilbert spielte für Bayer Leverkusen in Madrid von Beginn an. Foto: Federico Gambarini

Madrid (dpa) – Nach dem achtbaren Abschied aus der Champions League folgten die Mitternachtsspitzen gegen Roger Schmidt.

«Wir haben die Wiedergeburt des kontrollierten Fußballs erlebt», sagte Bayer Leverkusens Geschäftsführer Michael Schade gleich im ersten Satz seiner Bankett-Rede im 30. Stock des Eurotowers von Madrid.

Es war zugleich ein Lob für den neuen Trainer Tayfun Korkut nach dem 0:0 im Achtelfinal-Rückspiel bei Atlético Madrid (das nach dem 2:4 im Hinspiel nichts mehr nutzte). Vor allem aber auch ziemlich deutliche Kritik am von ihm und Sportchef Rudi Völler (zu) lange gestützten Vorgänger Roger Schmidt. Der hatte stets stur an seiner Spiel-Idee festgehalten und Bayer ohne Plan B ins fußballerische Durcheinander gestürzt.

Zum lebenden Beispiel für Schmidts falsche Einschätzungen wurde zehn Tage nach dessen Beurlaubung im Vicente Calderón Roberto Hilbert. Der Rechtsverteidiger war von Schmidt komplett links liegen lassen geworden. Korkuts Vorgänger hatte den 32-Jährigen außer bei extremer Personalnot gar nicht mehr in den Kader berufen und ihm mitteilen lassen, er könne sich einen neuen Verein suchen. «Warum weiß ich nicht», sagte Hilbert nun: «Wir haben nicht miteinander gesprochen. Mir wurde immer gesagt, meine Chance werde kommen. Aber sie kam erst mit dem neuen Trainer.»

141 Tage nach seinem bis dahin einzigen Saison-Einsatz beim Zweitrunden-Aus im DFB-Pokal in Lotte stand der achtmalige Nationalspieler plötzlich in der Startelf und feierte ein nicht mehr erwartetes Comeback gab. Wie lange er außen vor gewesen war, wusste er dabei selbst nicht. «Ich habe ihn gefragt, wann er das letzte Mal gespielt hat, aber da kam keine Antwort», berichtete Korkut. Am Ende war Hilbert beim torlosen Remis sogar der größte Gewinner. «Er hat sehr, sehr ordentlich gespielt», bestätigte Korkut: «Man hat gemerkt, dass er viele Spiele in den Knochen hat, auch internationale.»

Als Bayers bester Feldspieler im vorerst letzten Königsklassen-Spiel ist Hilbert plötzlich wieder eine ernsthafte Alternative. Und als Stabilisator der lange wackligen Defensive vielleicht sogar mehr. Auf die Frage, ob er Genugtuung verspüre – vor allem gegenüber dem entlassenen Schmidt – antwortete Hilbert mit einem Schmunzeln. «Genugtuung klingt so schlecht», meinte er dann: «Und ich bin kein schlechter Mensch.» Und – das weiß man in Leverkusen spätestens seit Mittwoch wieder – auch kein so schlechter Spieler.

Es wäre für Bayer beim Vorjahresfinalisten sogar ein Sieg möglich gewesen. Doch eine Slapstick-Einlage in der 68. Minute stand symbolisch für die mangelnde Überzeugung und Gier der Werkself. Viermal schossen die Leverkusener innerhalb von fünf Sekunden aus kurzer Distanz aufs Tor – doch der Ball wollte einfach nicht rein.

«Das war eine ganz bittere Szene», sagte Nationalspieler Kevin Volland, der mit dem zweiten und dritten Schuss an Atleticos Torhüter Jan Oblak gescheitert war. Zuvor hatte Julian Brandt ebenfalls in dem Slowenen seinen Meister gefunden, zum Abschluss setzte Chicharito den Ball neben das Tor. Korkut beantwortete die Frage, ob er eine solche Szene schon einmal gesehen habe, mit einem knappen «Nein» und sichtlichem Ärger. «Klar, das schmeckt uns überhaupt nicht, dass wir so viele Torchancen liegen gelassen haben. Und das wissen die Spieler auch», sagte er.

So oder so: Das 2:4 im Hinspiel – damals noch mit Schmidt – war eine zu große Hypothek.

Aus für Guardiola und Manchester City gegen Monaco

Monaco (dpa) – Au revoir Pep Guardiola! Der erfolgsverwöhnte Startrainer ist mit Manchester City in der Champions League an AS Monaco gescheitert. Die Briten verspielten im Achtelfinal-Rückspiel einen 5:3-Vorsprung und verloren mit 1:3 (0:2).

Aus für Guardiola und Manchester City gegen Monaco
«Wenn wir nicht treffen, sind wir raus», hatte Pep Guardiola gewarnt. Die Citizens trafen – aber raus sind sie trotzdem. Foto: Claude Paris

Monaco (dpa) – Au revoir Pep Guardiola! Der erfolgsverwöhnte Startrainer ist mit Manchester City in der Champions League an AS Monaco gescheitert. Die Briten verspielten im Achtelfinal-Rückspiel einen 5:3-Vorsprung und verloren mit 1:3 (0:2).

Kylian Mbappe (8.), Fabinho (29.) und Tiemoué Bakayoko (77.) erzielten im Stade Louis II die Tore für die Monegassen, die zum vierten Mal nach 1998, 2004 und 2015 das Viertelfinale erreicht haben. Nationalspieler Leroy Sané mit seinem Treffer in der 71. Minute hatte Manchesters Hoffnungen auf das Weiterkommen zwischenzeitlich genährt.

Ex-Bayern- und Barcelona-Trainer Guardiola hatte seine Spieler vor dem Anpfiff eindringlich vor dem Fußball-Wunder von Barcelona gewarnt und trotz des Vorsprungs aus dem Hinspiel zur Wachsamkeit aufgerufen. Und dann stand auch noch Falcao, der Doppel-Torschütze aus dem Hinspiel, nicht im Monaco-Kader. Der Kolumbianer hatte sich beim 2:1 im letzten Ligaspiel gegen Bourdeaux verletzt. Wer hätte da noch einen Pfifferling auf Monaco gegeben.

Trotzdem begann der Spitzenreiter der französischen Liga stürmisch – und wurde schon nach acht Minuten belohnt. Nach der ersten Ecke für die Gastgeber konnte die Abwehr der Engländer zunächst noch klären, doch dann nutzte Mbappe die Unsicherheit und erzielte sein elftes Tor in den vergangenen elf Pflichtspielen. Guardiola schlug sich fassungslos die Hände an den Kopf.

Die Franzosen machten weiter Druck, attackierten die Briten früh. Der Vorsprung des Tabellen-Dritten der Premier League war nach einer halben Stunde aufgebraucht, als Brasiliens Nationalspieler Fabinho seinen ersten Treffer in dieser Champions-League-Saison erzielte. Manchester City hatte eine desolate erste Hälfte abgeliefert, trotzdem war Guardiola erstaunlich ruhig geblieben.

Im Hinspiel war Man City zweimal nach einem Rückstand zurückgekommen, um schließlich noch mit einem Zwei-Tore-Vorsprung zu gewinnen. Beim Gastspiel in Monaco gab es vor der Pause keinen einzigen Torschuss. In der zweiten Hälfte wurden die Gäste dann stärker. In der 62. Minute gab es die erste echte Chance nach einer Flanke von Sané, die Sergio Agüero aber nicht nutzen konnte.

Vier Minuten später scheiterte der argentinische Nationalspieler an Monaco-Keeper Danijel Subasic. City machte weiter Druck. Kurz nach dem verletzungsbedingten Wechsel von Andrea Raggi für den jungen Almamy Touré traf Sané und ließ Guardiola jubeln. Doch Bakayoko ließ die Franzosen wenig später nach einem Lemar-Freistoß jubeln.