Blamage für Mainz: Pokal-Aus in Lübeck

Blamage für Mainz: Pokal-Aus in Lübeck
Michael Honstedt vom VfB Lübeck (l) und Florian Heller vom FSV Mainz 05 kämpfen um den Ball.

Lübeck (dpa) – Bundesliga-Aufsteiger FSV Mainz 05 hat sich beim Viertligisten VfB Lübeck kräftig blamiert und sensationell die zweite Runde des DFB-Pokals verpasst. Der Cup-Halbfinalist der Vorsaison verlor mit 1:2 (1:1, 1:0) nach Verlängerung bei den furios kämpfenden Norddeutschen.

Mainz präsentierte sich acht Tage vor dem Bundesliga-Auftakt gegen Bayer Leverkusen in erschreckender Form. Nach dem Mainzer Führungstreffer durch Niko Bungert (19. Minute) drehten die über sich hinaus wachsenden Lübecker durch Tore von Nico Schrum (56.) und Jakob Sachs (94.) die Partie und verwandelten vor 7898 Zuschauern das Fußball-Stadion an der Lohmühle in ein Tollhaus.

Zuvor hatte der Nord-Regionalligist aus Schleswig-Holstein eine fantastische Aufholjagd gestartet und dem pomadigen Favoriten mit Kampf und Laufbereitschaft den Schneid abgekauft. Die Mainzer, denen acht verletzte Akteure fehlten, offenbarten dabei eklatante Mängel. Abstimmungsprobleme und Ungenauigkeiten im Pass-Spiel prägten ihren Auftritt. Der neue Regisseur Andreas Ivanschitz – einer von drei Neuzugängen in der Startelf – konnte kaum Akzente setzen.

So verwunderte es kaum, dass die Rheinhessen eine Standardsituation benötigten, um den drei Klassen tiefer angesiedelten Gastgebern früh einen Dämpfer zu versetzen: Eine Ecke von Florian Heller wuchtete Bungert per Kopf in die Maschen – und sorgte für betretene Stille im Stadion in der Hansestadt.

Diese hielt aber nicht lange an, denn die schwachen Mainzer verwalteten nur noch den knappen Vorsprung und ließen die Lübecker im zweiten Durchgang unerklärlicherweise ins Spiel kommen. Lohn der Mühen war der Ausgleich durch Schrum, der sechs Minuten nach seiner Einwechslung mit einem Volley Marke «Tor des Monats» FSV-Keeper Heinz Müller, für Kapitän Dimo Wache zwischen den Pfosten, keine Chance ließ. Wenig später war es Sachs, der aus spitzem Winkel die Sensation für den Pokal-Halbfinalisten von 2003/2004 perfekt machte und dafür sorgte, dass für Mainz schon die erste Pokal-Runde Endstation war.