KSC im Aufstiegsrausch – Dämpfer für Rostock

KSC im Aufstiegsrausch - Dämpfer für Rostock
Rostocks Tim Sebastian steht hinter einem Kordon von Polizisten.

München (dpa) – Der Karlsruher SC ist am Ziel seiner Wünsche angekommen – im Kampf um die zwei weiteren Aufstiegsplätze bahnt sich in der 2. Fußball-Bundesliga dafür ein dramatisches Saisonfinale an.

So musste Hansa Rostock im Aufstiegskampf einen Rückschlag hinnehmen müssen. Das Team von Trainer Frank Pagelsdorf kam zum Abschluss des 31. Zweitliga-Spieltags gegen Abstiegskandidat Rot-Weiss Essen nur zu einem 0:0.

Die Partie wurde in der 50. Minute von Schiedsrichter Jochen Drees (Mainz) für 14 Minuten unterbrochen, nachdem im Rostocker Fanblock Feuerwerkskörper und Leuchtfeuer gezündet worden waren. Erst als eine Hundertschaft der Polizei für Ruhe sorgte und Drees im Falle einer Wiederholung mit dem Abbruch drohte, wurde das Spiel fortgesetzt.

Vor 18 000 Zuschauern in Essen konnten die Rostocker ihre spielerischen Vorteile nicht nutzen. Hansa bleibt zwar als Tabellen-Zweiter auf einem Aufstiegsrang, hat aber nur noch zwei Punkte Vorsprung auf Platz vier. Essen verpasste den Sprung aus der akut gefährdeten Zone.

Der KSC machte unterdessen seine Rückkehr in die Eliteliga nach neun Jahren durch einen 1:0-Heimsieg gegen die SpVgg Unterhaching perfekt. Nach dem 17. Saisontreffer von Torjäger Edmond Kapllani in der 67. Spielminute starteten die 29 500 Zuschauer im Wildparkstadion eine rauschende Aufstiegsparty. Noch vor dem Abpfiff streiften die Ersatzspieler blaue Aufstiegs-T-Shirts über, und im ausgelassenen Jubel bekam auch Trainer Edmund Becker eine kräftige Bierdusche ab. «Jetzt lassen wir es richtig krachen», erklärte Becker: «Die Truppe war eine Einheit, sie hat eine überzeugende Runde gespielt.»

Sportlich konzentriert sich nach den Punkteteilungen von Rostocker und Duisburg sowie den Siegen der Verfolger nun alles auf den packenden Endspurt um Platz zwei und drei. Als großer Gewinner des 31. Spieltags durften sich dabei die SpVgg Greuther Fürth und der SC Freiburg fühlen, die nach Punkten mit dem Tabellendritten MSV Duisburg gleichzogen. Nachdem die Duisburger in Jena nur ein 3:3 erzielt hatten, zeigten die Fürther beim 1. FC Köln Nervenstärke und gewannen durch Treffer von Hans Henrik Andreasen und Edeljoker Cidimar mit 2:0. Freiburg siegte nach einer 3:0-Führung durch zwei Treffer von Wilfried Sanou und einem von Roda Antar beim Abstiegskandidaten Offenbacher Kickers am Ende knapp mit 3:2.

Der 1. FC Kaiserslautern (50 Punkte) war der Verlierer im Aufstiegsrennen. Die Pfälzer unterlagen beim FC Augsburg nach einer frühen Gelb-Roten Karte für Sven Müller in Unterzahl mit 2:3. «Noch haben wir eine theoretische Chance», sagte FCK-Coach Wolfgang Funkel, «wir wollen die letzten drei Spiele auf jeden Fall gewinnen.»

Um 15.49 Uhr konnte in Karlsruhe die Party steigen. Nach acht Jahren in der 2. Liga und einem sogar einjährigen Absturz in die Regionalliga (Saison 2000/01) hat «Ede» Becker den deutschen Meister von 1909 wieder in die Eliteklasse geführt. «Das ist eine unheimlich geile Atmosphäre. Es wird sicherlich ein paar Tage brauchen, um das zu realisieren», schrie Torwart Markus Miller in die TV-Mikrofone.

«Es ist eine Sensation, es ist weltklasse, was wir in dieser Saison geleistet haben», jubelte Manager Rolf Dohmen. Trainer Becker war vor dem Spiel «so nervös und angespannt, wie die ganze Runde nicht». Die ganze Anspannung löste sich erst nach dem Tor von Kapllani, der eine feine Freistoß-Kombination abschloss.

Für den KSC geht es nun noch um den Einzug in den lukrativen Ligapokal, für den sich neben den vier Top-Platzierten der Bundesliga und dem DFB-Pokalsieger erstmals auch der Zweitliga-Champion qualifiziert. Wenn Rostock in Essen nicht gewinnen sollte, ist dem KSC auch Platz eins nicht mehr zu nehmen.

Gefordert ist nun beim KSC das Management, das die Mannschaft verstärken muss: Drei von sechs angestrebten Neuzugängen stehen fest; neben Christian Timm (Fürth) sind es Christopher Reinhard (Eintracht Frankfurt) und Stefan Buck (Unterhaching). «Im Sturm und auf der rechten Seite wird noch vordringlich gesucht», sagte Becker. Fest steht der Abgang von Stürmer Giovanni Federico zu Borussia Dortmund.

Gewinner des Spieltags im Tabellenkeller war Aufsteiger TuS Koblenz, der beim Einstand von Trainer Uwe Rapolder gegen 1860 München nach einem 0:1-Rückstand mit 2:1 gewann. Nach Eintracht Braunschweig ist auch Wacker Burghausen wohl nicht mehr zu retten.