FC Bayern steht nach Nullnummer im Achtelfinale

FC Bayern steht nach Nullnummer im Achtelfinale
Bayern Münchens Roque Santa Cruz kommt vor Lissabons Anderson Polga an den Ball.

München (dpa) – Die Notelf des FC Bayern München hat mit einer Nullnummer vorzeitig den Einzug ins Achtelfinale der Champions League perfekt gemacht. Dem deutschen Meister genügte ein 0:0 gegen Sporting Lissabon, um zum zehnten Mal die K.o.-Runde der Fußball-Königsklasse zu erreichen.

Erstmals seit zwei Jahren blieben die Münchner in einem Europacup-Heimspiel ohne eigenen Treffer, konnten sich aber trotz des dürftigen Auftritts vor 66 000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena nach zuletzt drei Siegen immerhin über den Startrekord mit vier Spielen ohne Niederlage und Gegentor freuen.

Die Münchner sind in den noch ausstehenden Spielen bei Spartak Moskau (22.11.) und gegen Inter Mailand (5.12.) nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze der Gruppe B zu verdrängen. Für den als Ziel ausgegebenen Gruppensieg benötigen sie aber bei derzeit zehn Punkten noch einen Sieg oder zwei Unentschieden um Mailand (6), Lissabon (5) und Moskau (1) zu distanzieren.

«Es war sicher kein gutes Spiel von uns. Es war schwer gegen die Portugiesen. Wir hatten Probleme», sagte Bayern-Torwart Oliver Kahn. Auch Abwehrchef Daniel van Buyten reagierte kritisch: «Es war ein Tag, an dem nichts gelaufen ist. Aber wir haben wieder kein Gegentor bekommen und sind im Achtelfinale. Das zählt.» Ausgerechnet Franz Beckenbauer fand milde Worte: «Man darf nicht vergessen, dass viele Spieler gefehlt haben. Wenn die Verletzten zurück sind, wird es wieder besser laufen», sagte Beckenbauer und vermisste den zum FC Chelsea abgewanderten Michael Ballack.

Die nach den Ausfällen von acht Spielern, darunter die verletzen Lukas Podolski und Lucio sowie der gesperrte Bastian Schweinsteiger, ohnehin schon dezimierten Münchner mussten kurzfristig auch noch auf Mark van Bommel verzichten. Eine Muskelverhärtung in der Hüfte zwang den Niederländer zum Zuschauen. Christian Lell kam dafür zu seinem Champions-League-Debüt als rechter Verteidiger. Willy Sagnol rückte ins Mittelfeld vor, wo Hasan Salihamidzic den Hinspiel-Torschützen Schweinsteiger vertrat. «Man muss sich ein bisschen durchmogeln, die Punkte machen und auf die Zeit warten, wenn alle wieder dabei sind», gab Franz Beckenbauer als Motto aus.

Tatsächlich mussten sich die Münchner an die ungewohnte Formation erst gewöhnen. Gerade aus dem Mittelfeld kamen praktisch keine Ideen. Die einzige gefährliche Aktion der Anfangsphase zeigte Roy Makaay (11. Minute) dessen Schuss aus spitzem Winkel knapp am Tor vorbei zischte. Auf der anderen Seite bot sich Liedson (14.) nach einem Stellungsfehler von Philipp Lahm eine ähnliche Chance. Fast schon hilflos wirkte der Versuch von Roque Santa Cruz (24.), den aus der Distanz oft unsicheren Sporting-Torwart Ricardo per Weitschuss überraschen zu wollen.

Makaay, der mit Abstand fleißigste Bayern-Spieler, kam bei seinen Schüssen (38./42.) dem Ziel immerhin etwas näher. Ansonsten gab es bis zur Halbzeitpause von beiden Teams fast nur Leerlauf – und dann ein Pfeifkonzert von den Rängen. «Es ist ein bisschen zäh. Man tut sich schwer. Ich warne davor, so weiterzuspielen», lautete das Halbzeitfazit Beckenbauers.

Bayern-Trainer Felix Magath brachte zur Belebung der Kreativität Julio dos Santos für Lell. Sagnol rückte wieder in die Abwehrkette zurück. Der erhoffte Effekt trat aber nicht ein. Bayern-Manager Uli Hoeneß blickte auf der Tribüne, wo er den zweiten und letzten Teil seiner UEFA-Sperre absaß, reichlich mürrisch drein. Einzig Makaay sorgte für ansehnliche Aktionen (60./74.). Und das Remis geriet sogar noch einmal in Gefahr, als Joao Moutinho (76.) mit einem Freistoß die Latte traf. Kurz vor Schluss bot sich Martin Demichelis (89.) eine große Kopfballchance, doch der Argentinier fand in Ricardo seinen Meister.